Sondermeldung zum Brexit: Wie sich der bevorstehende Brexit auf laufende und zukünftige  Insolvenzverfahren in England auswirkt lesen Sie hier!

Alles wissenswertes zur EU Insolvenz und zur Verbraucherinsolvenz in England in unserem kostenlosen Report --> Jetzt anordern!

 

Das europäische Insolvenzverfahren ist ein ganz normales Verfahren der Privatinsolvenz, welches von jedem deutschen Bürger durchgeführt werden kann. Die Antragstellung in einem anderen EU-Land ist seit dem Jahr 2001 möglich. Sie haben daher als Deutscher oder Österreicher Niederlassungsfreiheit und können in jedem EU Land wohnen und auch arbeiten. Auch können Sie die für Sie günstigsten Gesetzte im Falle der Privatinsolvenz wählen (EU Insolvenz).

Weiterlesen -->

In welchem Land sollte das Insolvenzverfahren idealerweise durchgeführt werden?

EU Insolvenz

© apops - Fotolia.com

Allgemein kann der Privatkonkurs in England, ebenso gut wie in Spanien durchgeführt werden. Bei dem englischen Insolvenzverfahren kann davon profitiert werden, dass England ein traditionelles Einwandererland ist und die Gerichte deshalb bestens mit sprachlichen Problemen vertraut sind. Das Verfahren in England ist kurz und dauert nur 12 Monate, ein Anwalt wird hierzu nicht benötigt. Das Insolvenz-Verfahren in Spanien ist ein wenig umfangreicher als das in England. Viele Personen bevorzugen ein spanisches Verfahren aber alleine deshalb, weil die Lebenshaltungskosten in Spanien niedriger ausfallen als in England. Außerdem bestehen keine Passkontrollen, es kann mit Euro bezahlt werden und die Lebensqualität wird oftmals höher bewertet.

Wissenswertes zur Insolvenz in England

Insolvenz in England

Insolvenz © Coloures-pic - Fotolia.com

Ein EU-Insolvenzverfahren kann nicht eröffnet werden, wenn sich der Antragsteller bereits in einem deutschen Insolvenzverfahren befindet. Falls ein Insolvenzverfahren für eine juristische Person anhängig ist, für welche gehaftet wird, sollte sich beeilt werden. Da die meisten Gläubiger zusätzlich einen Antrag auf Eröffnung der Privat-Insolvenz stellen werden, sollte diese schnell im Ausland durchgeführt werden. Eine Privatinsolvenz im EU Ausland ist immer dann sinnvoll, wenn die Kosten eine bestimmte Höhe erreicht haben. Ein minimaler Schuldenbetrag von 30.000 Euro sollte vorhanden sein, damit sich die EU Privatinsolvenz rundum lohnt. Allgemein werden alle Schulden von einer Privatinsolvenz umfasst: Ausgenommen sind allerdings Schulden aus Unterhaltszahlungen, Strafurteilen sowie Schulden aus Kapitalgesellschaften. Unter gewissen Umständen ist es möglich bestimmte Vermögenswerte wie Automobile und Immobilien vor einer Insolvenz zu retten. Bestimmte Städte, in welchen das Insolvenzverfahren ganz besonders einfach oder schwer ist, existieren nicht. Im Regelfall hat der Antragsteller in jeder Stadt die gleichen Chancen und Möglichkeiten. Die Gerichte sind schließlich alle gleichermaßen an Recht und Gesetz gebunden.

Warum Privatinsolvenz anmelden?

Das Insolvenzrecht ist ein Teilgebiet des Zivilrechts und beschäftigt sich mit den Gläubigerrechten bei Insolvenz eines Schuldners. Sinn und Zweck des Insolvenzverfahrens ist die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit des Schuldners. Falls dies nicht möglich ist, soll die Situation geordnet abgewickelt werden, damit die betreffende Einzelperson im Anschluss eine Befreiung von ihren Restschulden erhält. Eine Insolvenz kommt immer dann in Betracht, wenn der Schuldner überschuldet ist oder zumindest eine Zahlungsunfähigkeit droht. Während das deutsche Recht an das Insolvenzverfahren strenge Voraussetzungen knüpft, ist das vergleichbare Verfahren in England an mildere Voraussetzungen angelehnt. EU-Bürger können ihren Wohnsitz in England anmelden und sich anschließend auf das dortige Insolvenz-Recht berufen. Weil das englische Insolvenzverfahren vielseitige Vorteile bietet, entschließen sich immer mehr Deutsche dieses zu durchlaufen. Die Vorteile des englischen Rechts liegen darin, dass dieses mit dem deutschen Recht vergleichbar ist. Allerdings kann von einer verringerten Bürokratie und einer kürzeren Laufzeit des Insolvenzverfahrens profitiert werden.




Englisches Insolvenzverfahren und deutsches Insolvenzverfahren im Vergleich

Privatinsolvenz in deutschland vs. England

Fotolia © Trueffelpix

Die Unterschiede zwischen dem englischen und deutschen Insolvenzrecht sind groß. Die Wohlverhaltensphase dauert in Deutschland ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens sechs Jahre (Änderung durch die Reform der Privatinsolvenz möglich:

In England dauert das Insolvenzverfahren höchstens zwölf Monate.

In Deutschland sieht § 295 InsO (Insolvenzordnung) vor, dass der Schuldner sich um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemühen und die Hälfte von zukünftigen Erbrechten an den Treuhänder übertragen muss. Diese Regelung soll verhindern, dass der Schuldner eine anstehende Erbschaft ausschlägt und die Gläubiger zumindest die Hälfte des Erbes erhalten können. Vergleichbare Regelungen existieren im englischen Recht nicht: Der Schuldner ist nicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verpflichtet. Das deutsche Insolvenzrecht verfolgt beinahe nur Interessen zu Gunsten der Gläubiger. Als Schuldner kann nur von einem relativ geringen Rechtsschutz profitiert werden. Das englische Recht folgt einer anderen Rechtsphilosophie. Ein englisches Insolvenzverfahren zielt auf volkswirtschaftliche Belange ab. Der Schuldner soll so schnell wie möglich von seinen Schulden befreit werden. Durch die anschließende Teilnahme am Wirtschaftsleben wird die Volkswirtschaft gestärkt. Die schnelle Befreiung von den Restschulden soll den Schuldner schnellstmöglich zu einer Teilnahme am Berufsleben motivieren. Als deutscher Bürger kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auf eine EU-Insolvenz berufen werden. Diese ist mittlerweile von der ganz heutigen Meinung anerkannt, vgl. BGH Urteil vom 18.09.2011, Aktenzeichen IX ZB 51/00; EU Verordnung Nr.1364/2000 vom 29.05.2000.

Restschuldenbefreiung und Wohlverhaltensphase

Restschuldbefreiung & Wohlverhaltensphase

© DigitalGenetics - Fotolia

In Deutschland muss nach der Anmeldung des Insolvenzverfahrens von einer Verfahrensdauer von sechs Jahren ausgegangen werden. Die Entscheidung über die Restschuldenbefreiung erfolgt erst nach erfolgreichem Ablauf der Wohlverhaltensphase und kann u.U. durch Antrag auf nachträglichen Versagung durch die Gläubiger "torpediert" werden. Wenn englisches Insolvenzrecht angewendet wird, kann die Restschuldenbefreiung bereits bei Verfahrenseröffnung statuiert werden. Die Wohlverhaltensphase beträgt gerade einmal zwölf Monate. Mit der Ausnahmeregelung "early discharge" kann eine Restschuldenbefreiung auch schon vor Ablauf der zwölf Monate erfolgen. Diese Regelung kommt zum Tragen, wenn der Insolvenzverwalter davon überzeugt ist, dass der Schuldner alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt hat und weitere Recherchen unnötig sind.

Unerlaubte Handlungen

Unerlaubte Handlung

© Zerbor - Fotolia

Die Insolvenz in England lohnt sich vor allem, wenn Schulden aus unerlaubten Handlungen vorliegen. In Deutschland werden Schulden aus unerlaubten Handlungen nicht von der Restschuldbefreiung umfasst. Unternehmen welche eine Insolvenzverschleppung begangen haben, werden davon ganz besonders schwer getroffen. Eine Insolvenzverschleppung kann extrem schnell unterstellt werden, auch wenn diese unter Umständen gar nicht absehbar war. Die Insolvenz in England bietet den Vorteil, dass der Schuldner trotzdem von den Schulden aus unerlaubter Handlung befreit wird. Eine Restschuldenbefreiung ist nur dann ausgenommen, wenn die Schulden aus betrügerischen Handlungen stammen. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass eine Restschuldenbefreiung in England gewährt wird. Im deutschen Recht existieren hingegen zahlreiche Ausschluss- und Versagungsgründe, mit welchen eine Restschuldenbefreiung blockiert werden kann. Da über die Befreiung erst nach der Wohlverhaltensphase entschieden wird, muss zumindest sechs Jahre lang mit einer extremen Unsicherheit gelebt werden.

Flexible Handhabung von Pfändungsfreigrenzen

Pfändungsfreigrenzen Insolvenz in England

Pfändungsfreigrenzen dessauer ©dessauer - Fotolia

In Deutschland existieren feste Pfändungsfreigrenzen. Finanzielle Mittel die darüber liegen werden ohne Ausnahme gepfändet. Ein englisches Insolvenzverfahren bietet den Vorteil, dass die Höhe der Pfändungsfreigrenze individuell vom Insolvenzverwalter geprüft werden kann. Darüber hinaus bietet ein englisches Insolvenzverfahren noch viele weitere Vorteile, deren Auswirkungen den Schuldner im Vergleich zum deutschen Recht extrem bevorteilen können.




Die Insolvenz in England in sechs Schritten erklärt

Das englische Privat-Insolvenzverfahren kann in sechs wichtige Schritte unterteilt werden. Werden diese befolgt, kann von einer kompletten Restschuldbefreiung nach nur 12 Monaten  profitiert werden.

1) Zunächst muss der deutsche Personalausweis noch für mindestens zwei Jahre gültig sein. Andernfalls muss dieser verlängert werden.

2) Anschließend muss der deutsche Wohnsitz im Einwohnermeldeamt abgemeldet werden.

3) Der Lebensmittelpunkt muss nach England verlagert werden. Dies erfolgt nach der EU-InsVO durch die Verlagerung des wirtschaftlichen Interessenschwerpunktes. Der Schuldner muss also nachweisen können, dass der Großteil des Jahres in England verbracht wird.

4) Die Glaubhaft-Machung erfolgt durch den Nachweis einer persönlichen Infrastruktur: Es müssen demnach Wohnung und Konto in England vorhanden sein. Idealerweise auch ein Arbeitgeber und ein Automobil mit englischer Zulassung. Briefkastenadressen, Hotelzimmer & Co. reichen nicht aus.

5)Nachdem der Lebensschwerpunkt nach England verlagert wurde, muss eine Sozialversicherungsnummer beantragt werden, durch welche Zugang zu den englischen Versorgungssystemen erlangt wird. Neben dem Zugang zu medizinischen Einrichtungen wird die Sozialversicherungsnummer (NINO) auch für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in England benötigt.

6) Nach einer Wartezeit von mindestens sechs Monaten kann ein englisches Insolvenzverfahren eröffnet werden. Der BGH hat in einem seiner Urteile entschieden, dass ein solcher "Insolvenz-Tourismus" die Anwendung des englischen Rechts ausschließt. Deshalb sollte die Verlagerung des Lebensschwerpunktes in vorbildlicher Art und Weise glaubhaft gemacht werden.

Wie Sie die gesamte Insolvenz in England ohne teure Helfer oder Anwälte im Alleingang absolvieren, erfahren Sie in unserem 3-teiligen Fachreport "Die erfolgreiche England Insolvenz".

hardcoverstack2-252x3001

Das Vorgehen nach der Verlagerung des Lebensmittelpunktes

flatecover(4)Wer die oben genannten Punkte gemeistert hat, kann im Anschluss den Insolvenzantrag ausfüllen. Hier müssen alle Gläubiger gelistet und registriert werden. Der Insolvenzantrag kann persönlich bei Gericht eingereicht werden. Unter Umständen kann es auch sein, dass ein direktes Gespräch mit dem betreffenden Insolvenzrichter erfolgt ,nach diesem Hearing wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Anschließend findet ein Interview mit dem "Official Receiver" statt, in welchem dieser einen grundsätzlichen Eindruck von dem Schuldner und dessen Situation gewinnt. Der "Official Receiver schreibt die deutschen Gläubiger an und teil diesen mit, dass kein deutsches, sondern ein englisches Insolvenzverfahren durchgeführt wird. Typischerweise werden sich deutsche Gläubiger natürlich darauf berufen, dass der Lebensmittelpunkt nur fingiert ist. Daher sollte dieser schon im Vorhinein mit besonderem Nachdruck glaubhaft gemacht werden.

Nach einer Wartezeit von zwölf Monaten tritt dann bereits automatisch die Restschuldbefreiung ein. Deutsche Schuldner hätten ohne englisches Insolvenzverfahren eine weitere Wartezeit von mindestens fünf Jahren zu befürchten. Anschließend müssen die Gläubiger von der Restschuldbefreiung in Kenntnis gesetzt werden. Zeitgleich werden die Einträge aus der Schuldnerkartei und der Schufa gelöscht bzw.als erledigt gekennzeichnet. Hierfür muss das Certificate of Discharge (Urkunde über die Restschuldbefreiung) an die Schufa gesendet werden.

Zurück zum Anfang

Wissenswertes über die Insolvenz in England

Das englisches Insolvenzverfahren basiert auf einer ganz anderen Rechtsphilosophie als das Deutsche Verfahren. Die Entschuldung des Unternehmens bzw. der Einzelperson steht im Vordergrund. Durch die deutsche Wohlverhaltensphase bremst der Staat die Kaufkraft seiner Bürger aus. Zudem wird potentiellen Existenzgründern der Anreiz für eine Unternehmensgründung genommen. Wer ein englisches Insolvenzverfahren durchläuft, erhält im Regelfall keine Sozialhilfe.

Die Vorteile der Insolvenz in England auf einen Blick:

Insolvenz in England

  • Niedrige Wohlverhaltensphase von nur zwölf Monaten statt sechs Jahren wie in Deutschland
  • Keine starren Pfändungsfreigrenzen
  • Schnelle Restschuldenbefreiung
  • Restschuldenbefreiung bei unerlaubten Handlungen

Erfahrung Insolvenz in England

Viele unserer Leser haben Ihre Privatinsolvenz in England bereits mit Erfolg durchlaufen. Lesen Sie hier meine persönliche Geschichte.