Brexit: Insolvenz in England – Auswirkungen und mögliche Folgen.

Brexit Insolvenz in Großbritannien
Update zum Brexit vom 24.06.2016

England wird die EU verlassen, dass ist jetzt sicher, aber keine Sorge dieser Prozess wird min. 2 Jahre dauern.

51,9 % der britischen Wähler haben bei dem gestrigen Referendum für den Austritt des Landes aus der Europäischen Union gestimmt. Die Wahlbeteiligung lag bei über 70 %. Schottland und Nord-Irland stimmten mehrheitlich für einen Verbleib in der Europäischen Union ab. In diesen Ländern werden Stimmen laut sich von England zu trennen und der EU die Treue zu halten (vermutlich wird es hier in absehbarer Zeit auch zu einem Referendum kommen).

Wie beeinflusst der EU Ausstieg (Brexit) die Insolvenz in England für EU-Bürger?

Die EU hat klargemacht, dass England den Prozess des EU-Austritt „so schnell wie möglich“ wirksam mache, „wie schmerzhaft dieser Prozess auch sein mag“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Präsidenten von EU-Kommission, Europaparlament, Rat und des rotierenden EU-Vorsitzes. Der Austritt wird in Artikel 50 des EU-Vertrags von Lissabon geregelt. Demnach müsste Großbritannien das Austrittsgesuch in Brüssel anmelden. Danach beginnen Verhandlungen.

Auch nach dem Brexit bleiben die EU-Regeln für Großbritannien zwei weitere Jahre in Kraft. Das bedeutet dass Sie mindestens bis Ende 2018 noch Zeit haben die Insolvenz in England durchzuführen und in Deutschland oder Österreich anerkennen zu lassen. Vermutlich wird sich dieser Zeitraum noch ein wenig ausweiten! Experten gehen von einem frühesten Austritt 2019 aus. Da das englische Insolvenzverfahren mit Vorbereitung max. 18 Monate dauert (6 Monate Wohnsitzverlagerung: COMI) sowie max. 12 Monate Verfahrensdauer, kann das Verfahren noch bedenkenlos durchgeführt werden.

Weitere Informationen zum Insolvenzverfahren finden Sie in unserem kostenlosen e-Book

Dieser Spiegel Artikel beschreibt den möglicher Zeitplan – so läuft Englands Austritt aus der EU

Kann sich der Brexit auf die Ihr Insolvenzverfahren in England auswirken?

Unter Brexit wird ein möglicher Ausstieg des Vereinten Königkreichs (UK) aus der Europäischen Union verstanden. Das Wort „Brexit“ setzt sich aus den Worten Britain (Großbritannien) und Exit (Austritt) zusammen. Sollte England durch einen Brexit  zukünftig kein Mitgliedsstaat der EU mehr sein, entfällt auch die Anerkennung des englischen Insolvenzverfahrens in den Mitgliedsstaaten der EU. Das bedeutet das Deutschland oder Österreich die erlangte Restschuldbefreiung (Discharge) in England nicht mehr anerkennen wird.  Folglich wird es für EU Bürger nicht mehr möglich sein  Ihr Insolvenzverfahren in England durchzuführen und in Deutschland oder Österreich anerkennen zu lassen!

Wann findet das Referendum in England statt?

Am 23. Juni 2016 findet das Referendum über den Verbleib Englands in der Europäischen Union (EU)statt. Bei diesem Referendum stimmt die englische Bevölkerung entweder für oder gegen den Verbleib in der EU.

“Should the United Kingdom remain a member of the European Union or leave the European Union?

  • Remain a member of the European Union
  • Leave the European Union

Welche Auswirkungen hat ein eventueller Austritt Englands auf ein laufendes Insolvenzverfahren

Ein Ausstieg Englands wird nicht von heute auf morgen stattfinden, es bedarf einer gewissen Übergangsfrist. Experten rechnen nicht vor 2019 mit einem Austritt aus der Europäischen Union. Alle abgeschlossenen Insolvenzverfahren, wie auch laufende Verfahren werden vermutlich durch einen möglichen Austritt nicht mehr betroffen sein. Sollte der Brexit beschlossen werden, wird es einige Zeit dauern bis bestehende EU-Verträge und Gesetzte aufgekündigt werden und durch nationale britische Gesetze abgelöst werden.

https://www.youtube.com/watch?v=YEzG3IdcHIc

Änderungen 2016: Abgabe des Insolvenzantrags in England

aenderungen im Insolvenzrecht im Jahr 2016

Insolvenz in England anmelden – Folgende Änderungen werden im April 2016 in England und im November in Nord-Irland eingeführt

Im April ergeben sich wichtige Neuerungen bei der Anmeldung der Privatinsolvenz in England. Die Art der Antragseinreichung wird in Zukunft weiter vereinfacht. Auch gibt es einige Änderungen bezüglich der Kosten für das Englische Insolvenzverfahren. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr:

Wann treten die Änderungen in England und Nord-Irland in Kraft?

Die nachfolgenden Änderungen treten im April 2016 in England und im November 2016 in Nord-Irland in Kraft.

Entfall des Insolvenz-Antrags in Papierform:

Die Abgabemodalitäten für den Insolvenzantrag verändern sich ab April 2016. Der Insolvenzantrag kann zukünftig bequem online eingereicht werden, der lästige Gang zum Count Court (Gericht) bleibt Ihnen somit erspart. Die Abgabe in Papierform wird ab diesem Zeitpunkt eingestellt. Das Formular für den Insolvenzantrag kann somit bequem über das Internet ausgefüllt und abgeschickt werden. Dafür erstellen Sie einen persönliches Konto mit Benutzernamen und Passwort und haben dadurch die Möglichkeit den Antrag beliebig oft vor dem versenden zu bearbeiten.

Inhaltlich bleibt der Insolvenzantrag identisch, es müssen weiterhin die selben Fragen beantworten (siehe auch Report 3 incl. deutscher Übersetzung des Insolvenzantrags) werden. Die einzelnen Sektionen wurden sprachlich vereinfacht und enthalten Hilfe Texte die bei der Beantwortung der einzelnen Fragen behilflich sind.

Kein persönliches Erscheinen bei Gericht

Auch wird das persönliche „Hearing“ beim Richter im County Court zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens entfallen. Zukünftig wird der eingereichte Insolvenzantrag vom Adjudicator (Schiedsrichter) ohne das Beisein des Schuldners beurteilt und beschlossen. Über die Entscheidung wird der Schuldner informiert.

 

Gebührenänderung bei der Anmeldung der Privat-Insolvenz in England

Die Gebühren die bis dahin an das County Court gezahlt wurden, werden ab April 2016 an den Schiedsrichter (Adjudicator) fällig. Wie genau sich die Gebühren verändern werden, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest, wir halten Sie hier weiter auf dem Laufenden.

Ein Vorteil bei der Zahlung der Gerichtsgebühren ist neuerdings die Aufteilung der Gebühren auf mehreren Raten. Jedoch kann der Antrag erst eingereicht werden, sobald die volle Gebühr bezahlt ist.

Ändert sich 2016 sonst noch etwas im englischen Insolvenzverfahren?

Nein, es ändert sich nur die Art und Weise wie der Insolvenzantrag eingereicht wird. Alle anderen Prozeduren bleiben wie gewohnt bestehen.

Mehr zur Insolvenz in England erfahren.

Die Reform der Privatinsolvenz

Reform der Privatinsolvenz

Die Reform der Privatinsolvenz (01.07.2014)

Verkürzung der Verfahrensdauer auf 3 bzw. 5 Jahre

Durch die Reform des Privatinsolvenzverfahrens, welche am 01.07.2014 in Kraft getreten ist ergeben sich folgende Erleichterungen im Verfahren. Die Reform der Privatinsolvenz regelt u.a. eine Verkürzung der Verfahrensdauer.

Verkürzung des Insolvenzverfahrens auf 5 Jahre

Das Insolvenzverfahren verkürzt sicht auf 5 Jahre (Verkürzung um 1 Jahr), wenn der Schuldner die Verfahrenskosten (ca. 2.000 Euro) begleichen kann. Diese Verkürzung sollte in den meisten Fällen Anwendung finden.

Verkürzung des Insolvenzverfahrens auf 3 Jahre

Die Verkürzung der Verfahrensdauer auf 3 Jahre kommt dann in Frage, wenn der Schuldner 35% seiner Schulden, sowie die Verfahrenskosten begleichen kann. Die Verkürzung auf ein 3-jähriges Verfahren dürfte ungleich schwerer und zugleich seltener stattfinden. Hier wurde vom Gesetzgeber eher der Gläubigerschutz erhöht, da es den meisten Privatpersonen im Insolvenzverfahren kaum möglich sein wird, den Anteil von 35% aufzubringen.

Sollte die Verfahrensdauer von 5 Jahren noch zu lange sein, gibt es weiterhin die Alternative mit der Privatinsolvenz in England, hier erlangen Sie unabhängig von einer evtl. Rückzahlung die Restschuldbefreiung bereits nach 12 Monaten.

Normales Insolvenzverfahren (Laufzeit 6 Jahre)

Das normale Insolvenzverfahren (ohne Verkürzung) tritt in Kraft wenn weder die Verfahrenskosten gezahlt werden können, noch die Gläubiger mit der Mindestquote von 35%, bedient werden können. Das Verfahren zieht sich dann über 6 Jahre hin.

Nachteile des deutschen Insolvenz-Verfahrens

Im deutschen Insolvenzrecht kann durch Antrag des/der Gläubiger die Versagung der Restschuldbefreiung beantragt werdem. Vor der Reform musste dieser Antrag auf Versagung persönlich gestellt werden ab 01.07.2015 kann der Antrag schriftlich gestellt werden.  Diesen Nachteil hat das englische Insolvenzrecht nicht, hier erfolgt durch den Gesetzgeber die Restschuldbefreiung.

Schuldnerberatung

Neben Anwälten, die in vielen Fällen teure Honorare verlangen, können sich Verbraucher auch kostengünstiger oder sogar kostenlos von verschiedenen Schuldenberatungsstellen wie z.B. der Caritas zu Ihrer Lage und Ihren Möglichkeiten beraten lassen.

Deutsche Insolvenzordnung

Einen Überblick über die deutsche Insolvenzordnung (InsO) und die Reform der Privatinsolvenz inkl. aktueller Gesetzestexte, erhält man auf den Seiten des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (in Zusammenarbeit mit der juris GmbH) unter

Löschung des Schufaeintrags nach einem Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung

Löschung Schufa Eintrag nach Insolvenzverfahren

Die Schufa speichert verschiedene personenbezogene Daten (Name, Anschrift, frühere Anschriften, Geburtsdaten, Ihren persönlichen Schufa-Basisscore) darüber hinaus erhält Sie auch von Vertragspartnern Informationen über Bankkonten, Kredite, Handyverträge, Leasingverträge, Mobilfunkverträge (kein PrePaid).

Die bekannten Negativeinträge (nicht vertragsgemäßes Verhalten) wie auch der daraus berechnete Basisscore wirken sich auf die Bonität und somit auf Anfragen zu Krediten, Leasingverträgen, Handyverträgen uvm. aus. Aber dies sollte zwischenzeitlich bekannt sein.

–> weitere Informationen zur Schufa

Bei einem Insolvenzverfahren ist es häufig so, dass die Schufa-Akte bereits zahlreiche Eintragungen aufweist. Doch keine Panik.

„Löschung des Schufaeintrags nach einem Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung“ weiterlesen

Kredit trotz drohender Privatinsolvenz und Schufa

Restschuldbefreiung Insolvenz in England

Kredit trozt Insolvenz

Gemäß dem Sprichwort wenn die Sonne scheint, verteilen Banken reichlich Regenschirme und ziehen diese bei drohendem Regen wieder ein, widmet sich dieser Artikel dem Thema Kreditvergabe bei schlechter Bonität auf Grund eines Schufaeintrages oder gar bei drohender Privatinsolvenz.

Restschuldbefreiung Insolvenz in England
Restschuldbefreiung Insolvenz in England © alphaspirit – Fotolia.com

Der oben genannte Satz trifft es genau auf den Punkt, da Kredite meistens benötigt werden um einen finanziellen Engpass auszugleichen. Häufig sind gerade dann Banken und Finanzinstitute nicht bereit, den jahrelangen Giro-Konto Kunden finanziell zur Seite zu stehen. Das restriktive Verhalten bei der Kreditvergabe von Banken hat sich in den vergangenen Jahren, sowohl durch die stark ansteigende Anzahl an Privatinsolvenzen in Deutschland, als auch durch die Bankenkrise noch weiter verschlimmert.

Die Konditionen für einen Kredit und somit für die Höhe der Zinsen, werden immer stärker anhand der finanziellen Situation des Kunden und somit an der prozentuale Kredit Ausfallwahrscheinlichkeit kalkuliert. Dadurch kommt es häufig vor, daß Konsumenten mit einem geringem Einkommen oder bei finanziellen Problemen gar keine oder nur sehr teure Kredite (mit überhöhten Zinsen) erhalten.

Negativer Schufaeintrag

Leider gestaltet sich die Kreditvergabe in der Praxis, gerade bei einem potentiell erhöhtem Ausfallriskio, als problematisch. Vor allem Verbraucher, die einen negativen SCHUFA Eintrag haben,  erhalten nur selten einen Kredit. Der Grund dafür liegt meistens in den fehlenden Sicherheiten und der erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit für das Kreditinstitut. Keine Bank verleiht Geld an Verbraucher, die kein oder nur ein geringes Einkommen zur Verfügung haben und noch dazu keinerlei Sicherheiten bieten können.

Unternehmen haben es bei einem drohenden Zahlungsausfall leichter, kurzfristige Darlehen zu erhalten. Das liegt meistens auch an den höheren Sicherheiten in Form von Immobilien, Patenten oder auch Waren, welche bei einem evtl. Ausfall liquidiert werden können.

Kredit während der Privatinsolvenz

Während eines laufenden Privatinsolvenzverfahrens ist es in den meisten Fällen sowieso verboten bzw. nicht angeraten einen Kredit aufzunehmen, um die Restschuldbefreiung nicht zu gefährden. Gerade bei dem Insolvenzverfahren in England  gibt es eine Neuverschuldungsgrenze von 500 GBP die nicht überschritten werden darf, alles darüber gefährdet die Restschuldbefreiung. Es ist sogar explizit verboten,  mehr als 500 GBP an neuen Schulden aufzubauen.

Private Kredite

Eine weitere Möglichkeit ist, sich Geld von Privatpersonen oder ausländischen Banken zu leihen. Sollte es die finanzielle Situation nicht zulassen, das Insolvenzverfahren nach England (UK) zu verlegen, kann es ratsam sein sich einen Privatkredit bei Verwandten oder Freunden zu nehmen. Das Darlehen kann auf Grund der kürzeren Laufzeit eines englischen Privatinsolvenzverfahrens, schneller zurück gezahlt werden. Dadurch kann der Schuldner schon nach spätestens 18 Monaten wieder am normalen Erwerbsleben teilhaben und seine privaten Schulden begleichen.
Verbraucher mit einem laufenden Privat-Insolvenzverfahren bekommen in der Regel bei keiner Bank einen Kredit, meistens scheitert es sogar an der Kontoeröffnung, für diesen Fall hat der Gesetzgeber das Pfänungsschutzkonto (P-Konto) ins Leben gerufen. Schon ein Negativ-Eintrag bei der SCHUFA reicht heutzutage den Banken aus, um einen Darlehensantrag abzulehnen. Eine der wenigen Möglichkeiten, Klein-Kredite für dringend benötigte Anschaffungen zu erhalten, sind Darlehen von Privatpersonen, mit denen die zu zahlenden Zinsen frei ausgehandelt werden können. Auch ausländische Banken bieten Kredite ohne SCHUFA-Auskunft. Allerdings muss sich jeder darüber im Klaren sein, dass solche Darlehen sehr viel teurer sind, als Kredite bei einer deutschen Bank. Der Gang zur Bank sollte  daher gut überlegt sein.

Privatinsolvenz für deutsche Staatsbürger in England – Was es zu beachten gibt

Einrichtung des COMI in England

Die Insolvenz in der Vergangenheit

Insolvenz. Ein Wort bei dem viele Menschen schaudern, entweder weil Sie persönlich davon betroffen sind oder weil Angehörige und Freunde schon einmal davon betroffen waren. Dabei ist dieses Thema so alt wie die Menschheit selbst. Wir finden schon im alten Babylon gewisse Ansätze um mit der persönlichen Insolvenz oder dem gewöhnlichen Bankrott umzugehen. Dieses Thema wird im bereits im Alten Testament erwähnt auch im Koran spielen persönliche Pleiten eine Rolle. Jedoch fiel der  Umgang mit dem zahlungsunfähigen Schuldner in der Vergangenheit sehr unterschiedlich aus. Während Dschingis Khan die Todesstrafe für Schuldner einführte, hatten andere Völker und Zivilisationen ein größeres Verständnis für dieses Problem. Das mittelalterliche Venedig warf jeden Schuldner ins Gefängnis und musste nach einer großen Finanzkrise feststellen, dass fast jeder Händler untätig hinter Gittern saß! Damit begann eine gesetzliche Reform der Insolvenz und jedes Land rief Ihre eigenen Insolvenzgesetz ins Leben. Heutzutage ist es wesentlich einfacher und ungefährlicher die Privatinsolvenz anzumelden als noch im letzen Jahrhundert. Trotzdem unterscheiden sich die Gesetzen innerhalb der EU gemäß durchführung, Pflichten, Rechte, Kosten und vorallem der Dauer nach. Es gibt jedoch von Land zu Land beträchtliche Unterschiede! Wir wollen in diesem Beitrag jedoch nur auf das Deutsche und das Englichse Insolvenzrecht eingehen.

Privatinsolvenz in England oder Deutschland?

Durch die wirtschaftlichen Verflechtungen und die Bewegungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union, können Bürger der EU Ihren Wohnort beliebig verändern und kommen dadurch ebenfalls in den Genuß die für sie beste Wahl bezüglich der Privatinsolvenz treffen zu können. Dank diesem Hintergrund, ist es heute möglich die Privatinsolvenz in jedem EU-Land anzumelden. Innerhalb der EU gibt es aber unterschiedliche Gesetzesregelungen. Eine komplette Entschuldung, bzw. eine Restschuldbefreiung kriegt man in Deutschland, in der Regel, erst nach 6 Jahren (Ausnahme kürzere Laufzeit, es muss aber ein Teil der Schulden zurückgezahlt werden) und es bestehen weiterhin einige Auflagen. In England kann man nach 12 Monaten schon eine komplette Entschuldung erwirken. In Deutschland dürfen Sie auch nur einmal im Leben die Privatinsolvenz anmelden, wenn Sie aber eine Insolvenz außerhalb Deutschlands erwirkt haben, dann bleibt Ihnen diese Möglichkeit in Deutschland noch weiterhin offen. Es gibt also viele Gründe warum jemand seine Privatinsolvenz in England anmeldet, obwohl die Schulden in Deutschland getätigt wurden. Als deutscher Bürger kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auf eine EU-Insolvenz berufen werden. Diese wird selbstverständlich in Deutschland oder Österreich auch anerkannt, vgl. BGH Urteil vom 18.09.2011, Aktenzeichen IX ZB 51/00; EU Verordnung Nr.1364/2000 vom 29.05.2000.

„Privatinsolvenz für deutsche Staatsbürger in England – Was es zu beachten gibt“ weiterlesen

Privatinsolvenz in England Erfahrungs-Bericht eines Lesers

England Insolvenz - Erfahrung

Erfahrungsbericht zum Ablauf der Insolvenz in England

Hier möchte ich einen kurzen Erfahrungsbericht eines Lesers veröffentlichen, der im Dezember 2013 seine Restschuldbefreiung erlangt hat. Noch einmal herzlichen Glückwunsch dazu.

Wie alt bist Du und wie hoch waren ca. Deine Verbindlichkeiten?

Ich bin jetzt 42 und meine Verbindlichkeiten waren jenseits der 100.000 Euro.

Wie war Dein Englisch und hattest Du sprachliche Hürden?

Mein Englisch war gut, aber es hat sich innerhalb kürzester Zeit noch mal erheblich verbessert, so dass der Aufenthalt durchaus als Language Experience betrachtet werden kann.

Wie lange hat Dein Verfahren mit Einführung des Lebensmittelpunktes in
England gedauert?

„Privatinsolvenz in England Erfahrungs-Bericht eines Lesers“ weiterlesen

Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) – Neuerungen und Nachteile für den Verbraucher

Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts)

Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) tritt zum 01.07.2014 in Kraft. Die Reform ist nach einhelliger Expertenmeinung mit großen Veränderungen verbunden, welche insbesondere zum Nachteil von Schuldnern etabliert werden. Wer sich in einer schwierigen finanziellen Situation befindet, sollte eine Privatinsolvenz eher sofort durchführen oder evtl. das Englische Insolvenzverfahren bevorzugen. Sobald die Reform des deutschen Insolvenzrechts erst einmal rechtskräftig ist, kann sich nicht mehr auf die alten gesetzlichen Regelungen berufen werden.

Erhalt von Unterhalts- und Steuerschulden

Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) müssen viele Veränderungen hingenommen werden. Unterhalts- und Steuerschulden werden nach der Reform nicht mehr unter die Restschuldbefreiung gefasst. Falls Schuldner sechs Jahre lang alle insolvenzrechtlichen Auflagen erfüllt haben, müssen diese dann mitunter immer noch Schulden im fünfstelligen Bereich zahlen. Steuerschulden von Selbstständigen bleiben ebenfalls erhalten. Darunter fallen zum einen rückständige Einkommenssteuern, zum anderen aber auch Gewerbesteuern. Je nach Höhe der steuerlichen Belastungen haben die Schuldner dann selbst nach erfolgreichem Durchlaufen des Insolvenzverfahrens immer noch keine Aussicht auf ein schuldenfreies Leben.

Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts): Weitere Veränderungen

Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) wird der Schuldner vor allem in Hinblick auf die Restschuldbefreiung benachteiligt werden. Obwohl diese einen schuldenfreien Start in ein neues Leben ermöglichen soll, ist eine komplette Restschuldbefreiung nach der Reform in einigen Situationen nicht mehr möglich. Die Restschuldenbefreiung wird nicht gewährt, wenn der Schuldner drei Jahre vor dem Insolvenzverfahren ein verschwenderisches oder unangemessenes Verhalten an den Tag gelegt hat. Wurde der Dispositionskredit erhöht, kann dies beispielsweise zur Versagung der Restschuldbefreiung führen. Die Gläubiger werden von der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) stark bevorteilt. Bisher mussten diese persönlich vor Gericht beantragen, dass der Schuldner nicht von seiner Restschuld befreit wird. Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) kann der Antrag auch schriftlich erfolgen. Das vereinfachte Antragsverfahren wird zu einem starken Anstieg der Anträge führen. Für eine Versagung der Restschuldbefreiung reicht es aus, wenn der Antrag ein halbes Jahr nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens gestellt wird. Falls der Antrag genehmigt wird, war das gesamte Insolvenzverfahren ohne Erfolg: Ein neues Verfahren kann erst zehn Jahre später beantragt werden.

Vorteile nur für Gutverdiener

Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) bietet einigen wenigen Schuldnern erhebliche Vorteile. Einkommensstarke Schuldner können bereits nach 36 Monaten schuldenfrei aus dem Insolvenzverfahren herausgehen. Für das verkürzte Verfahren müssen dann innerhalb der 36 Monate schon 35 Prozent des Schuldenberges abgetragen worden sein. Deshalb kommen im Regelfall nur Schuldner mit einem extrem hohen Einkommen in den Genuss der Restschuldbefreiung. Schuldner mit einem relativ geringen Einkommen werden aus der neuen Regelung keine Vorteile schöpfen können. Zunächst lag die Quote sogar nur bei 25 Prozent: Diese Idee wurde vom Bundestag aber recht schnell wieder verworfen. Der Hintergrund der Regelung besteht darin, dass Schuldner durch die verkürzte Verfahrensdauer zu einer schnelleren Begleichung ihrer Schulden angehalten werden sollen. Dies erscheint vor dem Hintergrund der hohen Geldbeträge aber als recht unwahrscheinlich. Der Gesetzesentwurf erlaubt eine Evaluierung bis zum 30. Juni 2018: Deshalb kann die Regelung bei mangelnder Praxistauglichkeit immer noch abgeändert werden.

Wichtige Veränderungen

§ 295 I InsO (Insolvenzordnung) schreibt vor, dass eine angemessene Erwerbstätigkeit aufgenommen werden soll. Die Soll-Vorschrift ist eine reine Obliegenheit: Der Schuldner ist deshalb nicht verpflichtet diese zu erfüllen. Wer sich um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemüht, kann im Verfahren aber eventuell von Vorteilen profitieren. Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) soll die Erwerbsobliegenheit schon ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens angestrebt werden. Wer eine Steuerstraftat gem. §§ 370, 373, 374 AO (Abgabenordnung) begangen hat und rechtskräftig verurteilt wurde, muss diese Schulden über die Restschuldbefreiung hinaus begleichen. Widerruf und Versagung der Restschuldenbefreiung werden nicht im Schuldnerverzeichnis eingetragen.

Vor- und Nachteile einer Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz bietet auf den ersten Blick grundlegende Vorteile. Als langfristiges Ziel wird insbesondere die Restschuldbefreiung angestrebt. Eine außergerichtliche Einigung ist aber je nach Schuldenhöhe ganz klar zu bevorzugen. Wer sich in eine Privatinsolvenz begibt, muss den pfändbaren Anteil seines Einkommens abtreten. Eine Kreditwürdigkeit bzw. Bonität ist nicht mehr vorhanden. Vertragsschlüsse für Automobile, Wohnungen oder Handys sind nahezu ausgeschlossen. Zusätzlich wird der Arbeitgeber informiert, über alle Ausgaben muss Rechnung abgelegt werden.

Die Nachteile der Reform des deutschen Insolvenzrechts auf einen Blick

  • Steuer- und Unterhaltsschulden werden nicht mehr von der Restschuldbefreiung umfasst
  • Wer sich in den drei Jahren vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens unangemessen oder verschwenderisch
    verhalten hat, erhält keine Restschuldbefreiung
  • Gläubiger können eine Versagung der Restschuldbefreiung schriftlich beantragen
  • Das verkürzte Verfahren von nur drei Jahren kann nur von Gutverdienern erreicht werden
  • Die Erwerbsobliegenheit nach § 295 InsO muss bereits bei Eröffnung des Verfahrens angestrebt werden
  • Schulden aus Steuerstraftaten bleiben auch nach der Restschuldenbefreiung bestehen
  • Selbstständige müssen rückständige Einkommens- und Gewerbesteuern weiterhin begleichen

Vergleich des deutschen mit dem englischen Privat-Insolvenzverfahren

privatinsolvenz in England (UK) Vorteile

Das Insolvenzrecht ist ein Teilgebiet des Zivilrechts und beschäftigt sich mit den Gläubigerrechten bei Insolvenz eines Schuldners. Sinn und Zweck des Insolvenzverfahrens ist die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit des Schuldners. Falls dies nicht möglich ist, soll die Situation geordnet abgewickelt werden, damit die betreffende Einzelperson im Anschluss eine Befreiung von ihren Restschulden erhält. Eine Insolvenz kommt immer dann in Betracht, wenn der Schuldner überschuldet ist oder zumindest eine Zahlungsunfähigkeit droht. Während das deutsche Recht an das Insolvenzverfahren strenge Voraussetzungen knüpft, ist das vergleichbare Verfahren in England an mildere Voraussetzungen angelehnt. EU-Bürger können ihren Wohnsitz in England anmelden und sich anschließend auf das dortige Recht berufen. Weil das englische Insolvenzverfahren vielseitige Vorteile bietet, entschließen sich immer mehr Deutsche dieses zu durchlaufen. Die Vorteile des englischen Rechts liegen darin, dass dieses mit dem deutschen Recht vergleichbar ist. Allerdings kann von einer verringerten Bürokratie und einer kürzeren Laufzeit des Insolvenzverfahrens profitiert werden.

privatinsolvenz in England (UK) Vorteile
Alternative Insolvenzverfahren in der EU

Englisches Insolvenzverfahren und deutsches Insolvenzverfahren im Vergleich

Die Unterschiede zwischen dem englischen und deutschen Recht sind groß. Die Wohlverhaltensphase dauert in Deutschland ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens sechs Jahre: In England gerade einmal zwölf Monate. § 295 InsO (Insolvenzordnung) sieht vor, dass der Schuldner sich um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemühen und die Hälfte von zukünftigen Erbrechten an den Treuhänder übertragen muss. Diese Regelung soll verhindern, dass der Schuldner eine anstehende Erbschaft ausschlägt und die Gläubiger zumindest die Hälfte des Erbes erhalten können. Vergleichbare Regelungen existieren im englischen Recht nicht: Der Schuldner ist nicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verpflichtet. Das deutsche Insolvenzrecht verfolgt beinahe nur Interessen zu Gunsten der Gläubiger. Als Schuldner kann nur von einem relativ geringen Rechtsschutz profitiert werden. Das englische Recht folgt einer anderen Rechtsphilosophie. Ein englisches Insolvenzverfahren zielt auf volkswirtschaftliche Belange ab. Der Schuldner soll so schnell wie möglich von seinen Schulden befreit werden. Durch die anschließende Teilnahme am Wirtschaftsleben wird die Volkswirtschaft gestärkt. Die schnelle Befreiung von den Restschulden soll den Schuldner schnellstmöglich zu einer Teilnahme am Berufsleben motivieren. Als deutscher Bürger kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auf eine EU-Insolvenz berufen werden. Diese ist mittlerweile von der ganz heutigen Meinung anerkannt, vgl. BGH Urteil vom 18.09.2011, Aktenzeichen IX ZB 51/00; EU Verordnung Nr.1364/2000 vom 29.05.2000.

Restschuldenbefreiung und Wohlverhaltensphase

In Deutschland muss nach der Anmeldung des Insolvenzverfahrens von einer Verfahrensdauer von mindestens sechs Jahren ausgegangen werden. Die Entscheidung über die Restschuldenbefreiung erfolgt erst nach erfolgreichem Ablauf der Wohlverhaltensphase. Wenn englisches Recht angewendet wird, kann die Restschuldenbefreiung bereits bei Verfahrenseröffnung statuiert werden. Die Wohlverhaltensphase beträgt gerade einmal zwölf Monate. Mit der Ausnahmeregelung „early discharge“ kann eine Restschuldenbefreiung auch schon vor Ablauf der zwölf Monate erfolgen. Diese Regelung kommt zum Tragen, wenn der Insolvenzverwalter davon überzeugt ist, dass der Schuldner alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt hat und weitere Recherchen unnötig sind.

Unerlaubte Handlungen

Ein englisches Insolvenzverfahren lohnt sich vor allem, wenn unerlaubte Handlungen begangen wurden. In Deutschland werden Schulden aus unerlaubten Handlungen nicht von der Restschuldbefreiung umfasst. Unternehmen welche eine Insolvenzverschleppung begangen haben, werden davon ganz besonders schwer getroffen. Eine Insolvenzverschleppung kann extrem schnell unterstellt werden, auch wenn diese unter Umständen gar nicht absehbar war. Ein englisches Insolvenzverfahren bietet den Vorteil, dass der Schuldner trotzdem von den Schulden aus unerlaubter Handlung befreit wird. Eine Restschuldenbefreiung ist nur dann ausgenommen, wenn die Schulden aus betrügerischen Handlungen stammen. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass eine Restschuldenbefreiung in England gewährt wird. Im deutschen Recht existieren hingegen zahlreiche Ausschluss- und Versagungsgründe, mit welchen eine Restschuldenbefreiung blockiert werden kann. Da über die Befreiung erst nach der Wohlverhaltensphase entschieden wird, muss zumindest sechs Jahre lang mit einer extremen Unsicherheit gelebt werden.

Flexible Handhabung von Pfändungsfreigrenzen

In Deutschland existieren feste Pfändungsfreigrenzen. Finanzielle Mittel die darüber liegen werden ohne Ausnahme gepfändet. Ein englisches Insolvenzverfahren bietet den Vorteil, dass die Höhe der Pfändungsfreigrenze individuell vom Insolvenzverwalter geprüft werden kann. Darüber hinaus bietet ein englisches Insolvenzverfahren noch viele weitere Vorteile, deren Auswirkungen den Schuldner im Vergleich zum deutschen Recht extrem bevorteilen können.

Englisches Insolvenzverfahren in acht Schritten erklärt

Ein englisches Insolvenzverfahren wird grob in acht Schritte unterteilt. Wenn diese befolgt werden, kann im Durchschnitt nach ca. 18 Monaten von einer kompletten Restschuldbefreiung profitiert werden. Zunächst muss der deutsche Personalausweis noch für mindestens zwei Jahre gültig sein. Andernfalls muss dieser verlängert werden. Anschließend muss der deutsche Wohnsitz im Einwohnermeldeamt abgemeldet werden. Der Lebensmittelpunkt muss nach England verlagert werden. Dies erfolgt nach der EU-InsVO durch die Verlagerung des wirtschaftlichen Interessenschwerpunktes. Der Schuldner muss also nachweisen können, dass der Großteil des Jahres in England verbracht wird. Die Glaubhaft-Machung erfolgt durch den Nachweis einer persönlichen Infrastruktur: Es müssen demnach Wohnung und Konto in England vorhanden sein. Idealerweise auch ein Arbeitgeber und ein Automobil mit englischer Zulassung. Briefkastenadressen, Hotelzimmer & Co. reichen nicht aus. Nachdem der Lebensschwerpunkt nach England verlagert wurde, muss eine Sozialversicherungsnummer beantragt werden, durch welche Zugang zu den englischen Versorgungssystemen erlangt wird. Neben dem Zugang zu medizinischen Einrichtungen wird die Sozialversicherungsnummer auch für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in England benötigt. Nach einer Wartezeit von mindestens sechs Monaten kann ein englisches Insolvenzverfahren eröffnet werden. Der BGH hat in einem seiner Urteile entschieden, dass ein solcher „Insolvenz-Tourismus“ die Anwendung des englischen Rechts ausschließt. Deshalb sollte die Verlagerung des Lebensschwerpunktes in vorbildlicher Art und Weise glaubhaft gemacht werden.

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Das Vorgehen nach der Verlagerung des Lebensmittelpunktes

Wer die oben genannten Punkte gemeistert hat, kann im Anschluss den Insolvenzantrag ausfüllen. Hier müssen alle Gläubiger gelistet und registriert werden. Der Insolvenzantrag kann persönlich bei Gericht eingereicht werden. Unter Umständen kann es auch sein, dass ein direktes Gespräch mit dem betreffenden Insolvenzrichter erfolgt ,nach diesem Hearing wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Anschließend findet ein Interview mit dem „Offical Receiver“ statt, in welchem dieser einen grundsätzlichen Eindruck von dem Schuldner und dessen Situation gewinnt.  Der „Offical Receiver“ schreibt die deutschen Gläubiger an und teil diesen mit, dass kein deutsches, sondern ein englisches Insolvenzverfahren durchgeführt wird. Typischerweise werden sich deutsche Gläubiger natürlich darauf berufen, dass der Lebensmittelpunkt nur fingiert ist. Daher sollte dieser schon im Vorhinein mit besonderem Nachdruck glaubhaft gemacht werden.

Nach einer Wartezeit von zwölf Monaten tritt dann bereits automatisch die Restschuldbefreiung ein. Deutsche Schuldner hätten ohne englisches Insolvenzverfahren eine weitere Wartezeit von mindestens fünf Jahren zu befürchten. Anschließend müssen die Gläubiger von der Restschuldbefreiung in Kenntnis gesetzt werden. Zeitgleich werden die Einträge aus der Schuldnerkartei und der Schufa gelöscht bzw.als erledigt gekennzeichnet. Hierfür muss das Certificate of Discharge (Urkunde über die Restschuldbefreiung) an die Schufa gesendet werden.

Wissenswertes über das englische Insolvenzverfahren

Ein englisches Insolvenzverfahren basiert auf einer ganz anderen Rechtsphilosophie als ein Deutsches. Die Entschuldung des Unternehmens bzw. der Einzelperson steht im Vordergrund. Durch die deutsche Wohlverhaltensphase bremst der Staat die Kaufkraft seiner Bürger aus. Zudem wird potentiellen Existenzgründern der Anreiz für eine Unternehmensgründung genommen. Wer ein englisches Insolvenzverfahren durchläuft, erhält im Regelfall keine Sozialhilfe.

Die Vorteile des englischen Insolvenzverfahrens auf einen Blick:

  • Niedrige Wohlverhaltensphase von nur zwölf Monaten statt sechs Jahren wie in Deutschland
  • Keine starren Pfändungsfreigrenzen
  • Schnelle Restschuldenbefreiung
  • Restschuldenbefreiung bei unerlaubten Handlungen

Insolvenztourismus nach England

Was vermeintliche „Soforthilfe“ bringt, titelt der Focus Online zum Thema Privatinsolvenz

Heute bin ich bei meiner Onlinerecherche zum Thema Privatinsolvenz über den Artikel „Was vermeintliche „Soforthilfe“ bringt“ von Focus Online gestolpert. Darin warnt Marius Stark von der Arbeitsstelle Sozialberatung für Schuldner der Caritas, vor den Insolvenzhelfern und Ihren überhöhten Honoraren.

Auch ich teile seine Meinung im Bezug auf die EU-Insolvenz: diese Berater, Anwälte und Helfer wollen alle nur das Eine – Ihr Geld.

Sicherlich gibt es auch seriöse Helfer oder Rechtsanwälte die sich sehr gut in Ihrem Gebiet auskennen. Jedoch ist es nach meiner Erfahrung nicht notwendig 5.000 -20.000 Euro für diese Art der Hilfestellung auszugeben. Wenn Sie jetzt über die Höhe der Honorare staunen, kann ich Ihnen versichern dass dies der Realität entspricht.

Lesen Sie in unseren kostenlosen Report, wie Sie Ihren herausfinden ob Ihre Helfer seriös arbeiten und welche Punkte Sie bei der Insolvenz in England unbedingt beachten müssen.

Privatinsolvenz in England - Das müssen Sie beachten
6 kostenlose Tricks für die Privatinsolvenz in England

Zur erfolgreichen Durchführung der Privatinsolvenz in England  sind diese „Helfer“ eher hinderlich als behilflich. Das Geld können Sie sich getrost sparen.

In einem Punkt möchte ich Herrn Stark jedoch widersprechen, es ist nach wie vor und auch ohne Helfer möglich, die Insolvenz beispielsweise in England durchzuführen. Meine eigene Privatinsolvenz in England lief gänzlich ohne Komplikationen ab und die Restschuldbefreiung war genau nach 365 Tagen offiziell auch gab es keinerlei Probleme nach meiner Rückkehr nach Deutschland. Auch bestätigen mir das immer wieder meine Leser.

Die von Herrn Stark angesprochene Garantie, Ihre Schulden loszuwerden haben Sie übrigens auch in Deutschland nicht. Hier kann Ihnen die Restschuldbefreiung versagt werden, wenn Sie gegen Verfahrensauflagen verstoßen. Das Verfahren in Deutschland ist deutlich komplizierter und auch teurer (wenn wir die reinen Kosten für die Insolvenz betrachten). Nach wie vor dauert die Privatinsolvenz in England genau 12 Monate unabhängig von der Rückführungsquote!!!

 

Was tun wenn ein Gläubiger das Privat-Insolvenzverfahren in Deutschland gegen Sie eröffnet?

Für das Privatinsolvenzverfahren in der EU ist immer das Gericht am Wohnort des Schuldners zuständig. Sollten Sie z.B. in England wohnhaft sein und einer Ihre deutschen Gläubiger reicht das Verfahren in Deutschland ein, kann Ihre Absicht mit dem englischen Verfahren evtl. in Gefahr kommen. Sie haben richtig gehört, bei der Privatinsolvenz kann unter gewissen Voraussetzungen auch Ihr Gläubiger das Verfahren gegen Sie einleiten, über die

Aber nur wenn Sie Fehler bei Ihrer Umsetzung gemacht haben.

Das sollten Sie wissen: sobald das Verfahren in Deutschland gegen Sie eröffnet wurde, haben Sie nicht mehr die Möglichkeit die Insolvenz in einem anderen Land der EU anzumelden. Wie Sie sich davor schützen können, möchte ich in diesem Beitrag kurz erläutern:

 

1) verlegen Sie Ihren Wohnsitz nach England (in England gibt es keine Meldegesetz)

2) Mieten Sie sich eine Wohnung oder ein Zimmer in einer WG

3) melden Sie sich in Deutschland in Ihrem Einwohnermeldeamt ab (geht auch schriftlich)

4) richten Sie evtl. eine Postweiterleitung ein

5) besorgen Sie sich in England eine NINO (National Insurance Number = Sozialversicherungsnummer)

6) gehen Sie in England zum GP (General Practitioner = Hausarzt) und beantragen Sie dort Ihre Krankenversicherung

7) besorgen Sie sich in England ein Bankkonto und setzen Sie Ihre Debitkart (englische EC Karte) auch für Ihre Einkäufe ein

Sobald Sie Ihren Wohnsitz nachweislich in England haben, ist das deutsche Gericht nicht (mehr) zuständig und wird Ihr Verfahren ablehnen. Haben Sie meine o.g. Empfehlungen umgesetz, so haben Sie genug Beweise um ein evtl. Verfahren in Deutschland abzuwehren:

Wie Sie Ihren Wohnsitz wasserdicht nach Großbritannien (England oder Irland) verlegen und Ihr Verfahren garantiert nicht scheitert, lesen Sie im folgenden e-Book.

Bitte verraten sie Ihren Gläubigern nicht was Sie vorhaben, den diese könnten versuchen in Deutschland das Verfahren gegen Sie zu eröffnen. Durch die oben beschriebenen Schritte bekommen Ihre Gläubiger so schnell nicht mit dass Sie bereits in England (GB) wohnhaft sind und Sie haben Zeit alles Notwendige für ein Insolvenzverfahren in England vorzubereiten.

 

 

20 Fragen und Antworten zum Ablauf der Englischen Privatinsolvenz

Die österreichische Steuerberaterin und Bloggerin Elfriede Sixt hatte mich kürzlich bezüglich meiner Erfahrung mit der Privatinsolvenz in England interviewt. Die Fragen und Antworten könnt ihr auf ihrem Blog finden. Vielleicht kann Euch der Inhalt behilflich sein. Ich wünsche allen Lesern viel Kraft und auch Erfolg mit der  Insolvenz, wo auch immer Ihr dies durchführt.

Nachtrag am 22.11.2012 – da der Link nicht mehr funktioniert habe ich die Fragen nun auch im Blog eingefügt:

 

wir hatten gestern ein kurzes Gespräch hinsichtlich der Details eines in England durchführbaren Privatkonkurses und ich würde  Ihnen gerne wie telefonisch avisiert spezielle Fragen stellen, für deren Beantwortung ich sehr dankbar wäre:

 

1) Wohnungssuche in London: haben Sie bereits von Deutschland aus gesucht oder wie haben Sie es gestaltet?

Ich habe vor Ort gesucht, d.h. kurz vor meinem privaten Umzug war ich des öfteren in England und habe mir auf diversen Internetseiten Angebote angesehen. Der Erstkontakt kann selbstverständlich auch von Deutschland/Österreich stattfinden, aber spätestens zur Besichtigung sollte man ja direkt vor Ort sein. Mein Ziel war es in eine möbilierte WG zu ziehen, dadurch kann man sich viel Stress mit der Einrichtung der Wohnung sparen. 

 

2) Meldung in London: ist ein Mietvertrag die Basis um zum Arbeitsamt zu marschieren oder wie ist der Ablauf, welche Behörden müssen noch kontaktiert werden. Wie funktioniert die Strom-Gasanmeldung?

Jein, das wichtigste ist eine Adresse, da man schriftlich (so war es bei mir) zu einem „Vorstellungsgespräch“  im Jobcenter Plus (engl. Arbeitsamt) eingeladen wird. Ich hatte jedoch zu dem Zeitpunkt einen feste Anschrift. Ein Mietvertrag wurde von mir nicht verlangt. Strom und Gas wurde alles vom Landlord (Vermieter) gemanaged. Achtung evtl. muss man die Anmeldung zum Council Tax selbst machen – war bei mir nicht notwendig, da es in der ersten Wohnung der Landlord gezahlt hatte und später als Student war ich vom Council Tax befreit. Weiterhin sollte man sich bei der NHS (Krankenversicherung) anmelden, dies kann beim GP (Hausarzt) mit der Erstuntersuchung erfolgen.

 

3) Bankkonto: was haben sie alles benötigt um ein Bankkonto anmelden zu können? Mietvertrag, wird Schufaeintrag geprüft?

Die Schufa ist in England nicht von Belangen, englische Behörden, Firmen und Privatpersonen legen keinen Wert darauf.

Das am leichtesten zu bekommende Konto ist der HSBC Passportaccount – Kosten aktuell 8 GBP pro Monat. Zur Kontoeröffnung wird der Passport (am besten Reisepass bzw. Personalausweis) sowie ein Adressnachweis (z.B. Telefonrechnung oder sonstiges behördliches Schreiben im Original) benötigt.

 

4) Handy: wie kommt man zu einem Handyvertrag, was muss man vorweisen können, wird SCHUFAeintrag geprüft?

Ich hatte keinen festen Vertrag sondern habe es bevorzugt „Pay As You Go“ Tarife zu wählen, das entspricht einem deutschen Prepaid Vertrag (heisst dort eben anders). Der beste Ort für eine Beratung ist carphonewarehouse.co.uk (ein Makler mit allen Verträgen). Ich hatte einen 02 Vertrag mit den ich auch zu sehr günstigen Preisen nach Dt. telefonieren konnte, sowie eine 1GB DatenFlatrate für mein Notebook

 

5) Wie war das mit der Arbeitssuche bei Ihnen

Da ich freiberuflich war und später hauptberuflich Student, kam dieses Thema für mich nicht in Frage. Es ist je nach Ausbildung und Kenntnisse m. E. nicht besonders schwer einen Job zu finden, vor allem in Großstädten.

 

 6) Wie haben Sie das soziale Leben gestaltet ?

Das ist von Person zu Person unterschiedlich. M.E kommt man sehr schnell in Kontakt mit den Engländern bzw. mit den dort lebenden Bürgern, später im Studium sehr viel Kontakt mit meinen Studienkollegen 

 

7) Wie oft sind Sie nach Deutschland auf Besuch geflogen?

Das kann flexibel gehandhabt werden, da es für die Insolvenz Irrelevant ist – es zählt lediglich der Lebensmittelpunkt und dieser muss sich in England befinden.

 

8) Haben Sie sich in Deutschland ganz einfach abgemeldet oder haben sie auch ihre einzelnen Gläubiger informiert?

Selbstverständlich habe ich mich in Deutschland abgemeldet und auch meine Wohnung gekündigt – das kann wichtig sein, sollte eine Gläubiger Nachforschungen anstellen. Ausserdem ist es eine Voraussetzung um den Lebensmittelpunkt in Enland nachweisen zu können. Die Gläubiger würde ich nicht informieren bzw. erst nach Umzug nach England. Da gem. europäischen Recht auch die Gläubiger ein Insolvenzverfahren eröffnen können und dieses findet am gewöhnlichen Lebensmittelpunkt statt. Also sollte der Wohnsitz noch Deutschland bzw. Österreich sein, so hat man nach Insolvenzeröffnung im eigenen Land keine Möglichkeit mehr die Insolvenz in England zu durchzurführen.

 

 9) Haben Sie anfangs noch Gläubigerpost aus Deutschland nach London bekommen?

Ja, auch bis zu dem Tag an dem ich die Insolvenz in UK beantragt habe – ich habe auch einen Nachsendeauftrag bei der dt. Post gestellt. Teilweise kamen sogar Schreiben von englischen Anwälten und Inkassobüros. Diese habe ich jedoch stets ignoriert und keine Reaktionen gezeigt.

 

10) Nach wieviel Monaten haben Sie Privatinsolvenz angemeldet?

Über 13 Monate (theoretisch nach 6 Monaten möglich)

 

 11) Haben Sie es gänzlich ohne Anwalt durchgeführt?

(Ja, m.E. braucht man weder einen Insolvenzberater noch einen Anwalt – für was auch ???? im schlimmsten Fall, kostet Sie der Spass noch einmal 5.000-20.000 Euro! )

 

12) Wenn ja, wer hat die deutschen Gläubiger angeschrieben?

Keiner, später der Oficial Receiver (das ist der englische Insolvenzverwalter). 

 

13) Wie oft und wie intensiv war der Kontakt mit dem Konkursgericht?

Nach Insolvenzantrag kein Kontakt mehr mit dem Gericht – nur noch mit dem englischen Insolvenzverwalter (OR) 

sporadisch ca. 5-6 Briefe in dem Jahr.  Er hatte Nachfragen zum Verfahren bzw. wollte noch diverse Unterlagen.

 

 14) Empfehlen Sie es in London Privatkonkurs durchzuführen oder sollen andere Ortschaften in England gewählt werden.

Definitiv nicht in London – auf dem Land ist es einfacher und wird weniger geprüft – man kann in der ersten Zeit in London wohnen – sollte aber mind. 3 Monate vor der Insolvenz-Anmeldung umziehen.

 

15) Wie lange hat das ganze Prozedere gedauert?

Insolvenz – genau 12 Monate (auf den Tag genau). Es muss lt. Gesetz spätestens 1 Jahr nach Antragstellung beendet werden. Voraussetzung zur Eröffnung ist u.a. der Lebensmittelpunkt in England und dazu muss man u.a. mindestens 6 Monate in UK gewohnt haben.

 

16) Wieviel wurde Ihnen von Ihrem Gehalt abgeschöpft, bzw. wieviel haben Sie monatlich zahlen müssen? Wer hat diese Berechnungen durchgeführt?

Das hängt vom Einkommen ab, es gibt keine festen Grenzen wie in D., sondern der Freibetrag richtet sich nach dem persönlichen Bedarf – da ich hauptberuflich Student war und nur nebenbei freiberuflich als Online Marketer gearbeitet habe und mein Einkommen nicht besonders hoch war – wurde mir garnichts abgeschöpft. Aber ich musste meine Ausgaben sehr genau auflisten, dies wurde auch anhand der Kontoauszüge nachgeprüft.

 

17) Haben Sie die Bestätigung der Restschuldbefreiung dann von Amtswegen zugestellt bekommen oder muß dann wieder ein Antrag gestellt werden?

Es muss ein Antrag gestellt werden (kostete glaube ich ca. 80 Pfund), dann erhalten Sie das Certificate of Discharge mit 2 oder 3 Kopien.

 

18) Was für Konsequenzen hat die Privatkonkurseröffnung auf die Verträge (Wohnung, Bank, Handy) in London?

Alle werden benachrichtigt – sogar der Vermieter (Landlord) – Wohnung kein Problem in meinem Fall – hab ja immer pünktlich gezahlt – Bankkonto gekündigt – hier gibt es aber einen Trick relativ schnell an ein neues zu gelangen (siehe auch Skript auf www.Euritio.de), Handy irrelevant da ich eine prepaid karten hatte (Pay As You Go).

 

 19) Hatten Sie während der Periode der Restschuldbefreiung nochmals Kontakt mit Ihren deutschen Gläubigern?

Nein – siehe oben – ab Eröffnung des Insolvenz-Verfahrens läuft alles über den Official Receiver.

 

20) Nach Abschluss des Privatkonkurses sind Sie wieder nach Deutschland zurückgegangen? Wie schnell war ein SCHUFAeintrag gelöscht, bzw. wie war das gesamte Prozedere?

Ich war noch längere Zeit in England da ich mein Studium noch abschliessen musste, jedoch sollte man noch mindestens 3-6 Monate warten bis man offiziell nach Deutschland zurückkommt. Schufa habe ich unmittelbar nach Abschluss des Verfahrens angeschrieben. Nach ca 2 Monaten habe ich die Bestätigung mit den Erledigungsvermerk bekommen. Dieser Erledigungsvermerk bleibt bis Ende des Jahres zzgl. 3 weitere Jahre bestehen. Aber wie erwähnt als erledigt. Weiterhin habe ich freiwillig noch einmal alle meine Gläubiger angeschrieben und eine Kopie der englischen Restschuldbefreiung (Letter oder Certificate of Discharg). Danach habe ich nie wieder etwas von einem der Gläubiger gehört.

 

 

Ich hoffe ich konnte alle Ihre Fragen beantworten und stehe für weitere Fragen gerne in auf meinem Blog  gerne zur Verfügung.

 

Ich weiß meine Fragen sind sehr umfangreich und zum Teil auch sehr detailliert. Ich würde Ihre Antworten  dann gerne  auf meinen Blog: http://www.itfconsult.wordpress.com mit einem Link auf Ihre Seite (oder wohin immer Sie wollen) stellen.

 

Ich habe immer wieder diese Anfragen, ohne den zT sehr verzweifelten Leuten Ihre Fragen beantworten zu können.

 

Ich bedanke mich im vorhinein.

 

Mfg

Neuer Launch von Insolvenzerfahrung

Liebe Leser,

dieser Blog war ursprünglich dazu gedacht Informationen zum Ablauf des englischen Insolvenzverfahrens zu veröffentlichen. Leider bin ich in der Vergangenheit nicht immer konsequent dazu gekommen, meine eigene Erfahrung sowie weitere Informationen zur Insolvenz in England zu veröffentlichen. Dies soll sich ab Ende November 2011 ändern.

Dieser Blog wird aktuell neu designed und mit Artikeln gefüllt, zusätzlich entsteht unter dem Markennamen Euritio eine Internetseite die Informationen zum Thema EU Insolvenz bietet.  Da das Budget noch relativ gering ist und die Ressourcen noch in anderen Projekten investiert sind, wird die Euritio Homepage erst Ende November 2011 gelauncht. Sie können sich  auf zahlreiche neue  Informationen, Tipps und Tricks freuen.

Ein wöchentlicher Newsletter soll auch ab Januar 2012 folgen. Die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie ebenfalls in Kürze.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unseren Facebook und Twitter Channel. Dies sind unter dem Namen Euritio „gebrandet“ .

Ich freue mich Ihnen in naher Zukunft wertvolle Informationen zum Englischen Insolvenzverfahren anbieten zu können und mögliche Stolpersteine auf dem Weg zur Restschuldbefreiung aus dem Weg zu räumen.

Fortsetzung folgt

Hallo liebe Leser,

ich habe in der letzten Zeit sehr viele e-Mails bezüglich der Fortsetzung meiner Erfahrungen mit der UK Insolvenz bekommen und möchte diesen Blog auch in Kürze weiterführen. Bitte geduldet Euch noch ein wenig. Ich möchte Euch bitten Eure Fragen öffentlich zu stellen und auch Eure Erfahrungen zu teilen – natürlich annonym. Vielen Dank Euer Admin – möchte jemand dauerhaft über seine Erfahrung berichten – kann ich gerne ein Editor Account einrichten 🙂

Teil 2: Interview mit dem englischen Insolvenzverwalter

Die ersten Fragen bezogen sich auf meine persönlichen Daten. Der OR übertrug meine Angaben in das Formular. Neben den Standardfragen wollte er noch meine Wohnorte der letzten 3 Jahre wissen. Wichtig hier ist dass vor Beantragung der Insolvenz der Wohnort mindestens 6 Monate in UK liegt und mind. 3 Monate in dem Bezirk in dem die Insolvenz gemeldet wird (nur wichtig bei einem Umzug innerhalb von GB). Da ich „nur ca. 13 Monate vor meiner Insolvenz in UK gelebt habe wollte der der OR auch meine vorherigen Anschriften in Deutschland wissen. Weiterhin bat er mich die Mietverträge seit meiner Zeit in UK kurzfristig nachzureichen. Er teilte mir auch mit, dass er meinen aktuellen Vermieter über die Insolvenz verständigen wird – was mir persönlich nicht sehr recht war – da es ja doch eine sehr persönliche und auch unangenehme Situation ist. Also jeder der nur seinen Wohnsitz zum Schein nach UK legen möchte, sollte hier gewarnt sein und gründlich „Spuren“ legen. Da ich mich tatsächlich in UK aufhielt und dort auch studierte war das bei mir kein Problem. Weiterhin wollte er von mir die Kontoauszüge aus dem letzten Jahr haben sowie meine Rechnungen für meine freiberufliche Tätigkeit (freelancer).

Tipps zum Interview mit dem Official Receiver

Zu dem Interview mit dem Official Receiver ( dem englischen Insolvenzverwalter)  bzw. zu dessen Vorbereitung möchte ich einige Tipps geben, die das Gespräch angenehmer machen und vor allem auch den Erfolg garantieren sollen. Jetzt fragen Sie sich sicherlich warum dieses Gespräch erfolgreich sein sollte?

Für dem Fall, dass der OR daran zweifelt dass sich ihr gewöhnlicher Aufenthaltsort tatsächlich in England oder Irland befindet, bzw. Sie sich nur vorübergehend in GB aufhalten um in die Begünstigung des englischen bzw. britischen Insolvenzrechts zu kommen, kann er dem Gericht (HMC) den Hinweis geben das Verfahren zu beenden. Der Richter der einige Tage zuvor ihr Insolvenzverfahren eröffnet hat wird es nachträglich schliessen bzw. wird sie an ein Deutsches Gericht verweisen.  Aus diesem Grund ist es wichtig den OR davon zu überzeugen dass Ihre Absichten mit der Insolvenz in England ernst sind und dass Sie nicht nur wegen der Insolvenz nach England gezogen sind.

 

Vorweg möchte ich noch erwähnen, dass es völlig unnötig ist bei diesem Termin mit einem Insolvenz-Anwalt aufzutauchen. Ein Dolmetscher kann selbstverständlich mitgebracht werden, jedoch sollte beachtet werden, dass man nach einem halben Jahr ein wenig englisch sprechen sollte.

Anmerkung: erst wenn der  gewöhnliche Wohnsitz mindestens seit einem halben Jahr in UK besteht kann dort das Insolvenzverfahren beantragt werden.

 

Weiterhin bleibt zu erwähnen dass eine gründliche Vorbereitung auf das Gespräch mit dem OR

Interview mit dem Official Receiver (OR)

Ungefähr 10 Tage nach der schriftlichen Einladung fand der Termin mit dem OR statt, dieser war auf 9.00 Uhr in der Früh angesetzt und sollte Planmässig ca. 3 Std. dauern könnte jedoch auch länger sein – je nach Fall. Zu diesem Termin erschien ich mit den angeforderten Unterlange (Mietverträge, Kontoauszüge der letzten 12 Monate, und einigen Formularen die ich per Post bekommen hatte) überpünktlich. Bei der Anmeldung an der Rezeption wurde ich sehr freundlich empfangen und nach einiger Zeit vom Official Receiver persönlich abgeholt. Das Interview fand in einem kleinen leeren Büro statt. Der OR hatte meine Akte mit dem eingereichten Insolvenzantrag bei sich.

„Interview mit dem Official Receiver (OR)“ weiterlesen

Terminbestätigung mit dem Official Receiver (OR)

Ungefähr 10 Tage nach dem Telefonat mit dem official receiver office habe ich die Terminbestätigung für ein persönliches Interview mit dem OR erhalten.

Der Umschlag der anonym zugestellt wurde erhält neben dem Anschreiben mit der Terminbestätigung, noch eine Broschüre „Was passiert jetzt mit meinem Konto“ und einige Formulare in doppelter Ausführung die ich zum Termin mitbringen soll. Desweiteren werden weitere Dokumente für den Termin benötigt u.a. alle Kontoauszüge der letzten 12 Monate, alle EC-Karten (Debitcard), Kreditkarten, Scheckbuch sowie den aktuellen Mietvertrag.

Der Termin ist 14 Tage in der Zukunft im Büro des Official Receiver angesetzt. Die Sache scheint sehr professionell abgehandelt zu werden. Das schöne an der ganzen Sache ist das die Zeit bis zur Restschuldbefreiung (Discharge) bereits mit der Eröffnung des Verfahrens läuft.

Interview dem Official Receiver (OR)

Ca. 10 Tage nach einreichen des Insolvenzantrags hat sich das Büro des zuständige Official Receiver mit mir telefonisch in Verbindung gesetzt. Ich wurde von einem Mitarbeiter zu meinem Insolvenzantrag befragt, die Richtigkeit der Daten wurden überprüft und schließlich sagte mir der zuständige Sachbearbeiter dass er den Sachverhalt den OR vorlege und dieser dann entscheide ob ich einen persönlichen Gesprächstermin vor Ort oder ein Telefoninterview bekomme. Normalerweise wird bei Einreichung des Insolvenzantrages durch den Schuldner ein Telefoninterview geführt, da ich jedoch kein britischer Staatsbürger bin und meine Schulden überwiegend aus deutschen Vertragsverhältnissen stammen,  wird der OR wohl die ein oder andere Frage an mich haben. Das ganze Telefonat dauerte ca. 10-15 Minuten. Der Interview Termin soll ich in den kommenden Tagen per Post erhalten. Zum Ende fragte er mich noch ob ich weitere Fragen zur Insolvenz in Großbritannien habe.

Eröffnung des Insolvenzverfahrens – Hearing beim Richter

Einen Tag nach Einreichung meines Insolvenzantrages war der Termin für das Hearing  zur Eröffnung meines Verfahrens beraumt.

Nach meiner Anmeldung beim Empfangsdesk musste ich ca. 5 Min warten bis ich zum Richter zitiert wurde. Dieser war ein wenig erstaunt darüber dass meine Schulden (Depts) alle aus Deutschland stammen, aber da ich weit aus länger, als die benötigten 6 Monate in Englang/Großbritanien lebe sagte er, dass er das Verfahren eröffnen müsse. Anscheinend war ich einer der wenigen „Ausländer“ die Ihre Insolvenz bei diesem Court angemeldet haben. Bevor er das Verfahren eröffnete, hatte er noch einige Fragen zu meiner Aufenthaltsdauer und meinen Beruf in UK, aber alles sehr kurz und knapp. Der Termin dauerte ca. 7-8 Minuten. Ich bekam meine Anträge mit dem Gerichtsstempel zurück  Nach dem Hearing beim Richter war ich erleichtert den scheinbar schweren Schritt vollbracht zu haben und musste die Unterlagen bei der Kasse/Büro  abgeben. Dort traf ich wieder auf den netten Beamten vom vorherigen Tag der mir dann binnen 5 Minuten das Formular zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausstellte ( Bankruptcy Order on Debtor´s Petition – Form 6.30). In diesem Formular wird beschrieben das ich vom Gericht Insolvent/Bankrott gesprochen wurde. Der Beamte erklärte mir noch, wenn sich gläubiger bei mir melden sollte ich Ihnen die Nummer meines Insolvenzverfahrens geben und an das zuständige Gericht/Official Receiver (hierzu später noch mehr) verweisen. Welch eine Erleichterung – nun dürfen die Gläubiger nicht mehr gegen mich vollstrecken und müssen sich direkt mit dem Official Receiver (OR) in Verbindung setzen.

Insolvenzantrag beim HMCS in England eingereicht

Da ich zwar deutscher Staatsbürger bin jedoch schon seit einiger Zeit in England wohne und meine Gläubiger meine Vergleichsangebote ausgeschlagen haben, blieb mir letztendlich nichts anderes übrig als beim HMCS (Her Majesty´s Courts Service) das Formular Rule 6.27 Debtor´s Bankruptcy Petition auszufüllen und meine eigene Insolvenz zu beantragen. Der Prozess war recht einfach und ohne weitere Probleme zu managen. Es ist ein vergleichbarer Aufwand in Deutschland ein Gewerbe anzumelden.

Nachdem ich auf der oben verlinkten Internetseite das Formular ausgefüllt und mit 2 Kopien ausgefüllt und ausgedruckt hatte – bin ich mit sämtlichen Unterlagen zum zuständigen Gericht (man muss mindestens 3 Monate in Bezirk des Gerichtes gewohnt haben – damit dieses zuständig ist).

Leider habe ich nicht sofort einen Termin bekommen sondern musste noch über 1 Woche auf 2 Termine warten. Der erste war zur Prüfung des britischen Insolvenzformulars der zweite zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens (Hearing) durch einen Richter.

Als ich zu meinem ersten Termin erschienen bin musste und ins Büro und meinen Antrag abgeben. Der zuständige Sachbearbeiter war sehr freundlich und prüfte den Antrag. Nach ca. 45 Minuten Wartezeit kam dieser dann zu mir in den Wartebereich und nahm mich in ein privates Büro mit um noch 3 fehlende Unterschriften nachzuholen. Ansonsten war der Antrag fehlerlos ausgefüllt. Zum Schluss musste ich noch die Gerichtsgebühr für die britische Insolvenz i.H.v. 600 Pfund (ca 720 €) bezahlen.

Der Termin / Hearing am nächsten Tag mit dem Richter sollte nur 5 Minuten dauern. Ich war ein wenig aufgeregt/nervös, da man ja nicht jeden Tag in einem Gerichtsgebäude seine Insolvenz beantragt.

Auslandsinsolvenz in der EU: Ein Vergleich zwischen England und Frankreich

Viele Bundesbürger die eine Privatinsolvenz im Ausland abwickeln möchten, stehen  schon anfangs vor der essentiellen Frage welches Land sie dafür wählen sollen.

Aufgrund der kurzen Dauer der Wohlverhaltensphase und der Sprache bleiben dann zumeist nur noch Frankreich und England übrig.

Für England spricht, dass die Erööfnungsvoraussetzungen weniger streng sind als in Frankreich. Vor Französischen Gerichten muss die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit einem Anwalt durchgefochten werden.

Ausserdem ist die Möglichkeit einer Insolvenzeröffnung in Frankreich auf drei ostfranzösische Departements beschränkt.

In England unteliegt man hingegen einer freien Wahl des Ortes, an dem ein Insolvenzantrag gestellt werden kann.

Man darf aber nich vernachlässigen, dass auch Englische Gerichte von dem zunehmenden Insolvenztourismus genervt sind und unschlüssige Anträge abweisen.

Welches Land letztendlich für das Insolvenzverfahren besser geeignet ist hängt von vielen individuellen Faktoren ab ,die vor allem in der Person des Schuldners liegen.

Ausschlaggebend ist aber auch die Art der Schulden.

Privatinsolvenz in England hat Hochkonjunktur

Die Privatinsolvenz in Ausland hat Hochkonjunktur. Spitzenreiter ist momentan die England Insolvenz. Grund dafür dürfte einerseits der starke Anstieg von Verbraucherinsolvenzen in Deutschland  sein, andererseits aber auch das verbraucherfeindliche Deutsche Insolvenzrecht.

Das Deutsche Insolvenzrecht sollte aber keinesfalls unüberlegt kritisiert werde. Die strengen Regelungen dienen vor allem dem Gläubigerinteresse, das ja auch nicht unberücksichtigt bleiben sollte.

Für viele Schuldner ist die Englandinsolvenz aber eine sehr atraktive Möglichkeit zu einer schnellen Restschuldbefreiung zu kommen.

Wie bei anderen Vorhaben , hängt aber alles von einer gründlichen Vorbereitung ab.

Es gilt zahllose Fallstricke zu erkennen und zu vermeiden.

Mein UK-Insolvenz Ablauf – Tagebuch eines Auswanderers

Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Thema Insolvenz und speziell mit der Insolvenz in UK (Großbritanien) . Ich werde  hier regelmässig Informationen zum Verlauf meiner Insolvenz bekanntgeben, kostenfreie Informationen bekanntgeben. Nebenbei werden hier auch Gastautoren und weitere Personen die in UK ihr Insolvenzverfahren durchlaufen, posten und Informationen austauschen. Ich freue mich auch einen regen Austausch. Leute die planen in Zukunft die Insolvenz in UK durch zu führen sind hier ebenso willkommen wie „alte“ Hasen die es bereits hinter sich haben. Ich bin für alle Tipps dankbar. Leider kann ich keine Einzelfall Beratung durchführen und auf konkrete Sachverhalte nicht eingehen.