Die Privatinsolvenz in Deutschland: Einfach erklärt!

Wie läuft so das Privatinsolvenzverfahren in der Praxis ab? 

Es gibt einen Moment wo der gute Wille und Zahlungen sich einfach nicht mehr lohnen. Manch einer mag jetzt moralische Bedenken einräumen, aber es geht hier um nüchterne Wirtschaftlichkeit. Die Gläubiger wollen nicht wissen warum Sie in der Schuldenfalle stecken, wieviele Gefühle Sie dabei haben oder den Grad der Scham. Besonders in Deutschland ist das immer noch ein “Tabuthema” und man schämt sich für die missliche Lage. Die Gläubiger setzen ganz nüchtern und systematisch Inkassounternehmen ein und diese fangen an die Forderungen in die Höhe zu treiben. Die Mehrkosten, Zinsen und Aufschläge mehren sich sehr schnell und es kommt zu einem “Schneeballeffekt” – die Schulden werden immer unübersehbarer! Dazu kommen dann Lohnpfändungen und Gerichtsvollzieher, die auf einmal vor der Tür stehen. Viele haben auch Existenzängste, nämlich Ihren Arbeitsplatz zu verlieren und die sozial-gesellschaftlichen Auswirkungen kommen auch noch dazu.

Vergraben Sie nicht den Kopf in den Sand und packen Sie da Problem frontal an. Sogar einige Multi-Millionäre waren schon einmal im Leben Pleite (manche sogar mehrmals) und das Leben geht immer weiter. Der einzige Weg ist ein Entschuldungsverfahren, der Sie vor den unmöglichen Forderungen der Gläubiger schützt. Ihre Würde und ein Minimum an Lebenserhaltung werden durch das Gesetz und die Gerichte geschützt. Sie müssen nur wissen wie und alle Schritte einfach begehen.

Die Privatinsolvenz in Deutschland gehört zu den kompliziertesten in Europa und es ist oft ein langer, bürokratischer Weg, wenn man nicht weiß was man machen soll und keinen klaren Überblick über das Verfahren hat. Nehmen Sie den Mut – und Ihr Leben – wieder in die Hand und gehen Sie diesen Weg ganz konkret ab und Sie werden sehen, dass es möglich ist wieder ein normales und ruhiges Leben zu führen.

Der Prozess der Privatinsolvenz – Einfach und klar erklärt

Es gibt eigentlich nur drei Stufen. Sie müssen immer nur die vorherige Stufe abschließen um die nächste Etappe angehen zu können.

Zunächst sollten Sie eine Eidesstattliche Versicherung (EV) ablegen. Diese ist sehr wichtig und ist eine rechtliche Grundlage für die außergerichtliche gütliche Einigung und für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Dabei handelt es sich nur um eine Erklärung des Schuldners, wo er Gläubiger und Gerichte über seine Vermögensverhältnisse informiert. Diese Erklärung wird bescheinigt und kriegt beim Amtsgericht ein Aktenzeichen. Mit anderen Worten, der Schuldner sagt offiziell: “Schaut her, es gibt Nichts zu holen”. Hier werden Vermögens- und Sachwerte aufgeführt und auch die Einkommensverhältnisse detailliert erklärt. Das örtliche Amtsgericht besiegelt diese offizielle Erklärung. Sie haben nun ein rechtliches Dokument in der Hand, das Sie bei Gläubigern und beim Gericht vorlegen können. Ihre Insolvenz ist “schwarz auf weiß” bestätigt.

Das deutsche Insolvenzverfahren sieht vor, dass man sich außergerichtlich einigt. Das ist Teil des Verfahrens und eine der Etappen. Hintergrund ist der Schutz der Gläubiger. Der Gesetzgeber wollte allen eine Chance geben sich gütlich zu einigen und den Gläubigern die Möglichkeit wenigstens einen Teil der Forderungen einzustreichen. Sollte diese Verhandlung scheitern, dann geht es in die nächste Etappe.

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