Privatinsolvenz in Spanien beantragen – wichtige Voraussetzungen




Die Privatinsolvenz in Spanien ähnelt dem Insolvenzverfahren in England. Vor der Antragstellung muss der Antragsteller mindestens drei Monate in Spanien gelebt haben. Diese Voraussetzung muss zwingend nachgewiesen werden. Dem Gericht muss der dauerhafte Wohnsitz in Spanien glaubhaft gemacht werden, dies erfolgt in erster Linie durch Beweise bzw. Nachweise. Die Verlagerung des Lebensmittelpunktes wird vorrangig durch den Wohnsitz nachgewiesen. Ein Mietvertrag oder Untermietvertrag dient hervorragend als Nachweis auch wenn man bei Freunden oder Bekannten unterkommen möchte. Es sollte vermieden werden, sich eine Wohnung mit mehreren Antragstellern zu teilen (wie auch beim englischen Privatinsolvenz-Verfahren), dadurch gerät man schnell in den Verdacht Insolvenztourismus zu betreiben: Von einem sochen Vorgehen, sollte dringendst abgeraten werden. Gegen eine Wohngemeinschaft mit spanischen Einwohnern oder Freunden ist aber nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil: Aufgrund der horrenden Mieten in Großstädten ist eine Wohngemeinschaft zwischen mehreren Berufstätigen mitunter ganz normal.

So weisen Sie dem spanischen Gericht Ihren Lebensmittelpunkt „wasserdicht“ nach

Neben dem Vorlegen eines Mietvertrages können weitere Nachweise herangezogen werden, mit welchen der Lebensmittelpunkt glaubhaft gemacht werden kann. Strom-, Gas- und Telefonrechnung sind von besonderem Vorteil: Diese müssen vorher unter Umständen beim Vermieter eingeholt werden. Ein PKW mit spanischem Kennzeichen ist ebenfalls empfehlenswert. Wer regelmäßig im Supermarkt einkauft, kann die Einkaufsquittungen aufbewahren. Wer ein Arbeitsverhältnis aufnimmt, kann das Gericht im Regelfall vollends vom dauerhaften Aufenthalt in Spanien überzeugen. Die Beherrschung der spanischen Sprache ist zwar keine Voraussetzung, aber trotzdem hilfreich. Sie sollten wenigsten den Grundwortschatz beherschen um den Richter glaubhaft zu machen, daß Sie nicht nur nach Spanien gekommen sind um dort Ihre Privatinsolvenz abzulegen. Benutzen Sie für Einkäufe und Dienstleistungen Ihre spanische EC Karte, dadurch können Sie Ihren Aufenthalt noch zusätzlich untermauern und glaubhaft machen.

<h2>Benötigte Unterlagen für das spanisches-Involvenzverfahren</h2>

Das spanische Insolvenzverfahren ist neben dem englischen Insolvenzverfahren eines der kürzesten Verfahren in der gesamten EU. Die komplette Privatinsolvenz in Spanien dauert, von der Antragstellung bis zur Restschuldbefreiung zwischen neun und 18 Monate. Vor der Eröffnung des Verfahrens sollten Sie folgende Informationen und  Dokumente zusammentrage. Dazu gehören:

– Erstellen Sie eine Liste Ihrer Gläubiger mit der Höhe der Schulden
– Der aktuelle Schuldenstand mit Einzelposten
– Die Auflistung von Vermögen und Einkommen
– Die monatlichen Lebenshaltungskosten
– Der Personalausweis
– Abgelehnte außergerichtliche Einigungsversuche (wenn vorhanden)

Der weitere Ablauf




Sobald alle Unterlagen eingereicht wurden, werden diese vom Gericht überprüft und der Antragsteller erhält kurze Zeit später einen Bescheid, welcher auch die anfallenden Gebühren beinhaltet (z.Z. ca 1.500 Euro). Das Verfahren wird vom Gericht erst dann bearbeitet, wenn diese Gebühren eingegangen sind. Die Gebühren für die Privatinsolvenz  belaufen sich maximal auf bis zu zehn Prozent des Schuldenbetrages. Das Gericht bestimmt anschließend einen Insolvenzverwalter und beauftragt diesen mit der Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse. Ist keine Insolvenzmasse Anschließend kann dann auch schon von der eigentlichen Restschuldbefreiung profitiert werden.

Die Restschuldbefreiung gilt nicht nur auf spanischen Boden, sondern auch im Rest der EU: Da die Amtssprache in Deutschland deutsch und nicht spanisch ist, muß der Schuldner nach erfolgreicher Restschuldbefreiung die spanische Restschuldbefreiung ins deutsche übersetzen lassen und diese dann an bei der Schufa und dem Zentralen Vollstreckungsgericht einreichen. Evtl. Haftbefehle sowie weitere Einträge werden beim Vollstreckungsgericht sofort gelöscht bei der Schufa wird ein Erledigungsvermerk gesetzt. Der Schufaeintrag verbleibt dann noch mit dem Erlediungsvermerk für 3 Jahre.

Wissenswertes zur EU Insolvenz

Das europäische Insolvenzverfahren ist ein ganz normales Verfahren der Privatinsolvenz, welches von jedem deutschen Bürger durchgeführt werden kann. Die Antragstellung in einem anderen EU-Land ist seit dem Jahr 2001 möglich. Deshalb wird von einer EU-Insolvenz gesprochen, wenn ein deutscher Bürger sein Insolvenzverfahren in Spanien oder England tätigt.

In welchem Staat sollte das Insolvenzverfahren idealerweise durchgeführt werden?

Allgemein kann die Privatinsolvenz in Spanien ebenso gut wie in England durchgeführt werden. Bei englischen Insolvenzverfahren kann davon profitiert werden, dass England ein traditionelles Einwandererland ist und die Gerichte deshalb bestens mit sprachlichen Problemen vertraut sind. Das Verfahren ist kurz, ein Anwalt wird nicht benötigt. Das Verfahren in Spanien ist ein wenig umfangreicher als das in England. Viele Personen bevorzugen ein spanisches Verfahren aber alleine deshalb, weil die Lebenshaltungskosten in Spanien niedriger ausfallen als in England. Außerdem bestehen keine Passkontrollen, es kann mit Euro bezahlt werden und die Lebensqualität wird oftmals höher bewertet.




Wissenswertes zum Insolvenzverfahren

Ein EU-Insolvenzverfahren kann nicht eröffnet werden, wenn sich der Antragsteller bereits in einem deutschen Insolvenzverfahren befindet. Falls ein Insolvenzverfahren für eine juristische Person anhängig ist, für welche gehaftet wird, sollte sich beeilt werden. Da die meisten Gläubiger einen Antrag auf Eröffnung der Privatinsolvenz stellen werden, sollte diese schnell im Ausland durchgeführt werden. Eine Privatinsolvenz in Spanien ist immer dann sinnvoll, wenn die Kosten eine bestimmte Höhe erreicht haben. Ein minimaler Schuldenbetrag von 30.000 Euro sollte vorhanden sein, damit sich die EU Privatinsolvenz rundum lohnt. Allgemein werden alle Schulden von einer Privatinsolvenz umfasst: Ausgenommen sind allerdings Schulden aus Unterhaltszahlungen, Strafurteilen, gegenüber dritten Personen sowie Schulden aus Kapitalgesellschaften. Unter gewissen Umständen ist es möglich bestimmte Vermögenswerte wie Automobile und Immobilien vor einer Insolvenz zu retten. Bestimmte Städte, in welchen das Insolvenzverfahren ganz besonders einfach oder schwer ist, existieren nicht. Im Regelfall hat der Antragsteller in jeder Stadt die gleichen Chancen und Möglichkeiten. Die Gerichte sind schließlich alle gleichermaßen an Recht und Gesetz gebunden.