Was ist ein negativer Schufa Eintrag

Die „schwarze Liste“ der Schuldner, die „geheime Datenbank“ der Banken und Kreditinstitute. Es gibt viele Namen für sie und es gibt auch viele Mythen und Falschinformationen über die Schufa. Die meisten haben von der Schufa in einem negativen Zusammenhang gehört. Entweder weil sie selbst oder weil ein Freund oder Bekannter, seinen Kredit nicht mehr bedienen konnte. Wir wollen hier Klarheit verschaffen und hinter die Kulissen schauen, damit auch Sie mehr Vertrauen haben im Umgang mit der Schufa.

Die Schufa ist ein Dienstleistungsunternehmen. Hier laufen alle Wirtschaftsdaten zusammen, die Kreditinstitute, Banken, Versicherungen und Einzelhändler an die Schufa mitteilen. Im Prinzip ist die Schufa nichts anderes wie ein Datensammler. Es werden Daten gesammelt über alle finanziellen oder vertraglichen Aktivitäten einer Person, die einen Geschäftspartner interessieren könnten. Die einzige Einschränkung wird vom Bundesdatenschutzgesetz auferlegt. Die Datensammler und Kreditinstitute würden zwar gerne mehr über den Bürger wissen, aber das Gesetz erlaubt nicht, dass man gewisse Daten über die Person speichert oder diese auch nur auswertet. Dazu gehören, zum Beispiel, Gesundheitsdaten, Informationen über Religion, Nationalität oder politische Gesinnung. Es gibt noch weitere Feinheiten im Bundesdatenschutzgesetz, die den Bürger vor den Datensammlern schützen und wir gehen in unserem E-Book [Ab dem 02.01.2016 erhältlich ] noch genauer darauf ein.

Die Schufa versucht ein möglichst klares Bild über die Kreditwürdigkeit der Person aufzubauen. Das ist ein bisschen wie in „in die Glaskugel“ schauen, denn nur anhand von ein paar Daten, kann man keinen Aufschluss über das zukünftige Verhalten einer Person machen. Dabei bedient sich die Schufa der Daten die in der Vergangenheit liegen (Kredite die mal abbezahlt wurden) oder noch aktuell sind (laufende Ratenzahlungen, aktive Mobilfunkverträge). Die meisten dieser Daten sind weder „negativ“ oder „positiv“ behaftet. Sie zeigen einfach auf, dass die Person wirtschaftlich aktiv ist und regelmässige Vertragsbeziehungen mit verschiedenen Unternehmen hat (Versandhaus, Mobilfunkbetreiber, Bank, etc.). Eigentlich ist die Schufa, bis zu diesem Punkt eine gute Sache, da man damit auch seine Vertrauenswürdigkeit beweisen kann. Einige Unternehmen, die wie die Schufa auch Wirtschaftsdaten sammeln und weiterleiten, sammeln nur sogenannte Negativinformationen. Die Schufa sammelt auch positive Informationen und neutrale Informationen. Ein Beispiel für eine positive Information ist die pünktliche Rückzahlung eines Kredits. Ein Beispiel für eine neutrale Information, ist die aktuelle Adresse oder Angaben über den Abschluss eines Handy-Vertrags. Diese Informationen besagen nur, dass die Person Verträge eingeht. Ob die Person diese erfüllt, ist ein anderes Thema.

Eine Negativinformation ergibt sich, wenn ein Vertragspartner der Schufa (meistens eine Bank, eine Kreditkartenfirma, etc.) mitteilt, dass jemand ein nicht vertragsgemäßes Verhalten hatte. Wenn jemand einen Kredit bewilligt bekommt, dann teilt die Bank der Schufa die relevanten Einzelheiten mit, wie Kredithöhe (Betrag in Euro), Datum der Erteilung, Beginn der Ratenzahlungen, Anzahl der Ratenzahlungen (z.Bsp. 60 Raten, 48 Raten, etc.) und andere Eckdaten, die für andere Banken oder Kreditinstitute von Relevanz sein können. Wenn die Person jetzt bei einer anderen Bank nach einem neuen Kredit anfragt, dann erkundigt sich diese bei der Schufa, um zu sehen ob schon irgendwo ein Kredit auf diese Person läuft. Das ist erstmals nicht schlimm, solange die Ratenzahlungen noch bedienbar sind. Viele haben ja ein Darlehen für das Eigenheim und gleichzeitig auch eine Ratenzahlung für das Auto. Das kann nur dann negativ sein, wenn die zweite Bank feststellt, dass der erste Kredit die Zahlungsfähigkeiten der Person die vor ihr steht, klar übersteigt. Vielleicht hat die Person auch viele kleinere Kredite bei mehreren Banken laufen. Diese Situation kann – muss aber nicht – die Kreditwürdigkeit beeinflussen. Manche Banken stufen dieses Verhalten als Risiko ein und verweigern den weiteren Kredit oder vergeben diesen nur unter sehr schlechte Bedingungen.

Wirklich negative Schufa-Einträge sind Angaben über eine nicht bezahlte Rechnung, die über das gesamte Mahnverfahren gegangen ist und trotzdem nicht bezahlt wurde. Ein kompletter Kreditausfall – vielleicht mit Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung – ist ein weiteres Beispiel für einen Negativ-Eintrag. Hier werden auch Insolvenzen, Konkurse (im Fall von Firmen) und andere Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ausfall von Zahlungen. Einige Bürger haben auch einen Eintrag, der besagt, dass für die Person ein Haftbefehl besteht. Wenn Gläubiger ihre Forderungen nicht mehr eintreiben können, dann wollen diese ein klares Bild über die Vermögenssituation des Schuldners haben. Sobald alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, das geschuldete Geld einzutreiben (Mahnungen, Sachpfändung), dann verlangen die Gläubiger eine Offenlegung aller Vermögenswerte. Die eidesstattliche Versicherung ist nur eine Erklärung des Schuldners, wo er unter Eid, alle Vermögenswerte auf eine Liste setzt. Diese wird beim Amtsgericht hinterlegt. Der Schuldner kann diese zu Hause abgeben oder beim Amtsgericht. Er wird zu einem Termin eingeladen. Wenn er zweimal den Termin verpasst, oder sich weigert diese Erklärung abzugeben, dann wird ein Haftbefehl zur Erzwingung der eidesstattlichen Versicherung herausgegeben. Der Schuldner muss jetzt nicht dafür ins Gefängnis, er wird einfach nur vor dem Amtsgericht gezwungen die Erklärung abzugeben. Der Erlass des Haftbefehls wird beim Amtsgericht eingetragen und ist öffentlich einsehbar. Diese Informationen werden von der Schufa abgegriffen und in ihre Datenbank eingetragen.

Die Schufa muss alle negativen Einträge offenlegen. Sie darf keine negativen Vermerke machen und diese dann vor dem Bürger „verstecken“. Das Bundesdatenschutzgesetz gibt dem Bundesbürger das Recht über seine eigenen Daten zu verfügen. Er darf nicht in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt werden. Das bedeutet konkret, dass ein Wirtschaftsunternehmen wie die Schufa, nicht einfach negative Informationen sammeln und diese dann unter der Hand weiterleiten darf. Es besteht die Pflicht diese gegenüber der Person, auf die sich die Daten beziehen, offen zu legen. Es gibt noch eine weitere Reihe von Negativinformationen, die auf den ersten Blick nicht als solche erscheinen, aber weitreichende Folgen für die Person haben können. Wir beziehen uns auf Datenabfragen und das sogenannte Schufa-Scoring. In einem weiteren Artikel gehen wir auf diese spezifischen Fälle ein.

Es ist besonders wichtig, diese Art von Negativinformationen richtig zu verwalten. Man kann einige dieser Informationen löschen oder sperren lassen. Dabei muss man die richtigen Gesetze kennen oder manchmal auch einen Anwalt einschalten. Unser [Handbuch / Ebook  ab 02.01.2016 erhältlich] enthält sehr detaillierte Informationen, die Ihnen helfen werden diese Einträge erfolgreich zu managen. Wer sich aktiv um seine eigenen Daten kümmert, erlebt keine bösen Überraschungen, wenn er eine Wohnung mieten , einen Vertrag beim Mobilfunkanbieter abschliessen , oder  nur einen Handwerker auf Rechnung zahlen will.