Schufa – Auskunft

Warum gibt es die Schufa – Einfach erklärt.

Was oder wer ist die Schufa eigentlich? Einer der berühmtesten Römer, war Cicero, bekannt als Konsul, Philosoph und Redner. Er lebte im Jahre 63 vor Christus und die Geschichtsannalen besagen, dass er sich eine schicke Villa im edlen Palatine-Stadtviertel gekauft hatte. Er bezahlte dafür 3,5 Millionen Sesterzen. Können wir uns vorstellen, was das bedeuten würde? Der gute Cicero müsste mit dreieinhalb Tonnen Münzen, quer durch das alte Rom spazieren, wo es nur so von Dieben und Gaunern wimmelte. Nein, dafür war er zu schlau. Wie verlief die Transaktion stattdessen? Er ging zum damaligen Procurator (ein reicher Senator, mit besonderem Posten) und ließ den Wert in ein Hauptbuchkonto eintragen. Das sogenannte nomen. Mit der Zeit, wusste der gute Senator – dem alle, aus irgendeinem Grund vertraut haben – wer, was und wo besitzt. Einige schlaue Köpfe, kamen auf die Idee, ihn zu fragen ob jemand kreditwürdig war! Er antwortete nur mit: “bonum nomen”, was im lateinischen soviel bedeutet wie: “Er hat gute Einträge hier stehen”.

Heute gibt es dafür die Schufa. Die Schufa AG ist ein privates Unternehmen, dass Daten über die Bürger der Bundesrepublik sammelt. Das schon seit 1927, als zwei Brüder auf die Idee kamen die Bonität ihrer Kunden zu überprüfen, um mehr Staubsauger und Kühlschränke zu verkaufen. Jeder wollte die schönen, modernen Geräte haben, aber die zwei Meyer-Brüder kamen schnell darauf, dass sich nicht jeder so eine Anschaffung leisten konnte. Es wurden Ratenzahlungen angeboten und damit hatten die zwei natürlich ein großes Risiko (das nämlich Kunden einfach einen Kühlschrank kaufen, ohne zu bezahlen!)

Die Schufa wurde im Laufe der Jahrzehnte immer größer und der Datenbestand auch. Man kann sich die Schufa heute als eine Datenbank vorstellen, die Informationen über 66 Millionen Bundesbürger führt. Banken, Versicherungen, Mobilfunkbetreiber und Handelshäuser – sie alle melden so ziemlich jede Bewegung, die mit Vertragsabschluss, Kauf auf Raten oder Kauf gegen Rechnung zu tun hat. Sie ist die gemeinsame Datenbank der deutschen Wirtschaft. Wenn ein Kunde ein Geschäft auf Kredit tätigen will, dann holt sich die Bank oder der Händler eine Auskunft bei der Schufa, über den Kunden ein. Man will wissen, ob die Person die vor einem steht schon einmal irgendwo einen Kredit, Darlehen oder eine andere vertragliche Verpflichtung nicht bezahlt ist. In modernen Zeiten sind auch Versicherungen und Vermieter, als Nutzer und Beiträger der Daten, hinzugekommen.

Was bedeutet das für mich?

Die “Macht” eines Schufa-Eintrags, kann eine unerwartete Auswirkung auf unser Leben haben. So manch einer wollte einen Handyvertrag abschliessen und wurde vom Mobilfunkbetreiber abgelehnt. Es muss sich nicht einmal um Kredit- oder Darlehensanträge handeln. Heutzutage verlangen selbst Vermieter einen sogenannten Schufa-Bonitätsnachweis. Der Vermieter will wissen, ob er mit der regelmäßigen Zahlung der Miete rechnen kann. Es ist ärgerlich, wenn man eine günstige oder besonders schöne Mietwohnung nicht beziehen kann, weil in irgendeiner Datenbank eine negative Bemerkung über die Person steht. Das führt bei vielen zur Verwirrung und zur Verzweiflung. Andere haben richtig Angst vor der Schufa, da die Funktionsweise nicht richtig verstanden wird oder sehr viel Falschinformationen verbreitet werden.

Kurz gesagt: Es gibt eine riesige Datenbank, wo viele Daten über Sie stehen und diese können darüber bestimmen ob Sie etwas auf Rechnung kaufen können, einen Handyvertrag abschliessen können oder sogar eine Mietwohnung bekommen. Für manche Berufszweige (in der Finanzindustrie) werden auch schon Einträge bei der Schufa abgefragt.

Wie sieht so ein Schufa-Eintrag eigentlich aus?

Nach § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes, haben Sie das Recht einmal im Jahr, völlig kostenlos ihre Daten abzufragen. Sie erhalten dann eine komplette Übersicht über die Daten, die man über Sie gespeichert hat. Diese Information ist allerdings stichtagsbezogen. Die Datenbank wird ständig ergänzt, aktualisiert und es kommen neue Informationen hinzu. Das bedeutet, dass es sich bei dieser Information um diejenigen handelt, die an diesem bestimmten Tag über Sie gespeichert waren. Einen Tag später können schon wieder neue Einträge bestehen. Viele Unternehmen holen sich Informationen über einzelne Personen und diese Abfragen können Sie dort auch einsehen.

Die Basisdaten sind: Namen, Geburtsdatum und –Ort, Anschrift, frühere Anschriften, einen Schufa-Basisscore (dazu später mehr), Bankkonten, Kreditkarten und alle Informationen in Verbindung mit Kredit-, Darlehen-, Leasing- und Bürgschaftsverträge. Auf jeden Fall sind dort auch Zahlungsausfälle vermerkt (verspätete oder nicht geleistete Zahlungen). Es werden auch eidesstaatliche Erklärungen und Haftbefehle zur Vollstreckung einer eidesstaatlichen Versicherung aufgeführt. Letzere Einträge sind besonders empfindlich und können für schwere Probleme sorgen.

Die Schufa darf, laut Gesetz, keine Daten über Einkünfte, Vermögen, Beruf, Familienstand, Religions- und Parteizugehörigkeit, ethnische Herkunft (Rasse und Hautfarbe), Gesundheitsdaten (Krankheiten, etc.), Sexualität und einige andere personenbezogene Daten speichern.

Hinweis: Die Schufa bedient sich aber auch der Daten von anderen Dienstleistern. Also Firmen, die etwas ähnliches oder gleiches tun wie die Schufa. Diese Unternehmen können Daten sammeln, die nicht bei der Schufa hinterlegt sind. Ein Beispiel sind die Daten, die von der Firma arvato infoscore GmbH bezogen werden. Diese Firma arbeitet eng mit der Versicherungswirtschaft zusammen und sammelt Daten, die spezifisch für Versicherungen interessant sind. In dieser Datenbank werden Kunden nach Risikoklassen bewertet. Wenn ein Kunde, beispielsweise, in einem Jahr dreimal einen Schaden gemeldet hat (selbst wenn es sich um verschiedene Versicherungsgesellschaften handelt), dann erhält dieser eine negative Beurteilung und mitunter kann es sein, dass er infolgedessen keinen Versicherungsvertrag mit einer bestimmten Versicherung abschliessen kann oder nur unter verschlechterten Bedingungen.

Was muss ich tun um meine Einträge einzusehen?

Es gibt eine kostenlose und eine kostenpflichtige Möglichkeit die Daten einzusehen. Einmal im Jahr kann jeder Bundesbürger die Datenabfrage schriftlich oder bei einer Schufa-Dienststelle persönlich einholen. Es gibt auch eine telefonische Hotline und die Möglichkeit Daten online abzufragen. Letztere Möglichkeit ist allerdings kostenpflichtig. Die Schufa bietet hier verschiedene Möglichkeiten an, Daten auch häufiger oder umfangreicher abzufragen. Diese Möglichkeiten sind allerdings alle kostenpflichtig. Auch ein sogenannter Bonitätsnachweis, also eine Bescheinigung, die aussagt, dass Sie kreditwürdig sind, kostet ca. 9,95 Euro, wenn man diese über die Schufa-Webseite bezieht. Diese kann sonst teurer sein. Einige Bürger haben Schwierigkeiten, diese Einträge zu verstehen oder richtig zu interpretieren. Unser Leitfaden hilft Ihnen, die Schufa-Einträge zu verstehen und zu sehen welche Rechte Ihnen der Gesetzgeber gibt um diese Einträge löschen, ändern oder sperren zu lassen. Das sind die drei Aktionsmöglichkeiten die sie haben und diese hängen von einigen Faktoren ab. Sie brauchen jetzt nicht gleich einen Anwalt einzuschalten, um diese Einträge ändern zu lassen. Wir haben dafür einen vollständigen und professionellen Leitfaden erstellt, der Ihnen hilft die SchufaEinträge richtig zu verwalten.