Änderungen 2016: Abgabe des Insolvenzantrags in England

aenderungen im Insolvenzrecht im Jahr 2016

Insolvenz in England anmelden – Folgende Änderungen werden im April 2016 in England und im November in Nord-Irland eingeführt

Im April ergeben sich wichtige Neuerungen bei der Anmeldung der Privatinsolvenz in England. Die Art der Antragseinreichung wird in Zukunft weiter vereinfacht. Auch gibt es einige Änderungen bezüglich der Kosten für das Englische Insolvenzverfahren. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr:

Wann treten die Änderungen in England und Nord-Irland in Kraft?

Die nachfolgenden Änderungen treten im April 2016 in England und im November 2016 in Nord-Irland in Kraft.

Entfall des Insolvenz-Antrags in Papierform:

Die Abgabemodalitäten für den Insolvenzantrag verändern sich ab April 2016. Der Insolvenzantrag kann zukünftig bequem online eingereicht werden, der lästige Gang zum Count Court (Gericht) bleibt Ihnen somit erspart. Die Abgabe in Papierform wird ab diesem Zeitpunkt eingestellt. Das Formular für den Insolvenzantrag kann somit bequem über das Internet ausgefüllt und abgeschickt werden. Dafür erstellen Sie einen persönliches Konto mit Benutzernamen und Passwort und haben dadurch die Möglichkeit den Antrag beliebig oft vor dem versenden zu bearbeiten.

Inhaltlich bleibt der Insolvenzantrag identisch, es müssen weiterhin die selben Fragen beantworten (siehe auch Report 3 incl. deutscher Übersetzung des Insolvenzantrags) werden. Die einzelnen Sektionen wurden sprachlich vereinfacht und enthalten Hilfe Texte die bei der Beantwortung der einzelnen Fragen behilflich sind.

Kein persönliches Erscheinen bei Gericht

Auch wird das persönliche „Hearing“ beim Richter im County Court zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens entfallen. Zukünftig wird der eingereichte Insolvenzantrag vom Adjudicator (Schiedsrichter) ohne das Beisein des Schuldners beurteilt und beschlossen. Über die Entscheidung wird der Schuldner informiert.

 

Gebührenänderung bei der Anmeldung der Privat-Insolvenz in England

Die Gebühren die bis dahin an das County Court gezahlt wurden, werden ab April 2016 an den Schiedsrichter (Adjudicator) fällig. Wie genau sich die Gebühren verändern werden, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest, wir halten Sie hier weiter auf dem Laufenden.

Ein Vorteil bei der Zahlung der Gerichtsgebühren ist neuerdings die Aufteilung der Gebühren auf mehreren Raten. Jedoch kann der Antrag erst eingereicht werden, sobald die volle Gebühr bezahlt ist.

Ändert sich 2016 sonst noch etwas im englischen Insolvenzverfahren?

Nein, es ändert sich nur die Art und Weise wie der Insolvenzantrag eingereicht wird. Alle anderen Prozeduren bleiben wie gewohnt bestehen.

Mehr zur Insolvenz in England erfahren.

Privatinsolvenz für deutsche Staatsbürger in England – Was es zu beachten gibt

Einrichtung des COMI in England

Die Insolvenz in der Vergangenheit

Insolvenz. Ein Wort bei dem viele Menschen schaudern, entweder weil Sie persönlich davon betroffen sind oder weil Angehörige und Freunde schon einmal davon betroffen waren. Dabei ist dieses Thema so alt wie die Menschheit selbst. Wir finden schon im alten Babylon gewisse Ansätze um mit der persönlichen Insolvenz oder dem gewöhnlichen Bankrott umzugehen. Dieses Thema wird im bereits im Alten Testament erwähnt auch im Koran spielen persönliche Pleiten eine Rolle. Jedoch fiel der  Umgang mit dem zahlungsunfähigen Schuldner in der Vergangenheit sehr unterschiedlich aus. Während Dschingis Khan die Todesstrafe für Schuldner einführte, hatten andere Völker und Zivilisationen ein größeres Verständnis für dieses Problem. Das mittelalterliche Venedig warf jeden Schuldner ins Gefängnis und musste nach einer großen Finanzkrise feststellen, dass fast jeder Händler untätig hinter Gittern saß! Damit begann eine gesetzliche Reform der Insolvenz und jedes Land rief Ihre eigenen Insolvenzgesetz ins Leben. Heutzutage ist es wesentlich einfacher und ungefährlicher die Privatinsolvenz anzumelden als noch im letzen Jahrhundert. Trotzdem unterscheiden sich die Gesetzen innerhalb der EU gemäß durchführung, Pflichten, Rechte, Kosten und vorallem der Dauer nach. Es gibt jedoch von Land zu Land beträchtliche Unterschiede! Wir wollen in diesem Beitrag jedoch nur auf das Deutsche und das Englichse Insolvenzrecht eingehen.

Privatinsolvenz in England oder Deutschland?

Durch die wirtschaftlichen Verflechtungen und die Bewegungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union, können Bürger der EU Ihren Wohnort beliebig verändern und kommen dadurch ebenfalls in den Genuß die für sie beste Wahl bezüglich der Privatinsolvenz treffen zu können. Dank diesem Hintergrund, ist es heute möglich die Privatinsolvenz in jedem EU-Land anzumelden. Innerhalb der EU gibt es aber unterschiedliche Gesetzesregelungen. Eine komplette Entschuldung, bzw. eine Restschuldbefreiung kriegt man in Deutschland, in der Regel, erst nach 6 Jahren (Ausnahme kürzere Laufzeit, es muss aber ein Teil der Schulden zurückgezahlt werden) und es bestehen weiterhin einige Auflagen. In England kann man nach 12 Monaten schon eine komplette Entschuldung erwirken. In Deutschland dürfen Sie auch nur einmal im Leben die Privatinsolvenz anmelden, wenn Sie aber eine Insolvenz außerhalb Deutschlands erwirkt haben, dann bleibt Ihnen diese Möglichkeit in Deutschland noch weiterhin offen. Es gibt also viele Gründe warum jemand seine Privatinsolvenz in England anmeldet, obwohl die Schulden in Deutschland getätigt wurden. Als deutscher Bürger kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auf eine EU-Insolvenz berufen werden. Diese wird selbstverständlich in Deutschland oder Österreich auch anerkannt, vgl. BGH Urteil vom 18.09.2011, Aktenzeichen IX ZB 51/00; EU Verordnung Nr.1364/2000 vom 29.05.2000.

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Privatinsolvenz in England Erfahrungs-Bericht eines Lesers

England Insolvenz - Erfahrung

Erfahrungsbericht zum Ablauf der Insolvenz in England

Hier möchte ich einen kurzen Erfahrungsbericht eines Lesers veröffentlichen, der im Dezember 2013 seine Restschuldbefreiung erlangt hat. Noch einmal herzlichen Glückwunsch dazu.

Wie alt bist Du und wie hoch waren ca. Deine Verbindlichkeiten?

Ich bin jetzt 42 und meine Verbindlichkeiten waren jenseits der 100.000 Euro.

Wie war Dein Englisch und hattest Du sprachliche Hürden?

Mein Englisch war gut, aber es hat sich innerhalb kürzester Zeit noch mal erheblich verbessert, so dass der Aufenthalt durchaus als Language Experience betrachtet werden kann.

Wie lange hat Dein Verfahren mit Einführung des Lebensmittelpunktes in
England gedauert?

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Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) – Neuerungen und Nachteile für den Verbraucher

Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts)

Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) tritt zum 01.07.2014 in Kraft. Die Reform ist nach einhelliger Expertenmeinung mit großen Veränderungen verbunden, welche insbesondere zum Nachteil von Schuldnern etabliert werden. Wer sich in einer schwierigen finanziellen Situation befindet, sollte eine Privatinsolvenz eher sofort durchführen oder evtl. das Englische Insolvenzverfahren bevorzugen. Sobald die Reform des deutschen Insolvenzrechts erst einmal rechtskräftig ist, kann sich nicht mehr auf die alten gesetzlichen Regelungen berufen werden.

Erhalt von Unterhalts- und Steuerschulden

Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) müssen viele Veränderungen hingenommen werden. Unterhalts- und Steuerschulden werden nach der Reform nicht mehr unter die Restschuldbefreiung gefasst. Falls Schuldner sechs Jahre lang alle insolvenzrechtlichen Auflagen erfüllt haben, müssen diese dann mitunter immer noch Schulden im fünfstelligen Bereich zahlen. Steuerschulden von Selbstständigen bleiben ebenfalls erhalten. Darunter fallen zum einen rückständige Einkommenssteuern, zum anderen aber auch Gewerbesteuern. Je nach Höhe der steuerlichen Belastungen haben die Schuldner dann selbst nach erfolgreichem Durchlaufen des Insolvenzverfahrens immer noch keine Aussicht auf ein schuldenfreies Leben.

Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts): Weitere Veränderungen

Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) wird der Schuldner vor allem in Hinblick auf die Restschuldbefreiung benachteiligt werden. Obwohl diese einen schuldenfreien Start in ein neues Leben ermöglichen soll, ist eine komplette Restschuldbefreiung nach der Reform in einigen Situationen nicht mehr möglich. Die Restschuldenbefreiung wird nicht gewährt, wenn der Schuldner drei Jahre vor dem Insolvenzverfahren ein verschwenderisches oder unangemessenes Verhalten an den Tag gelegt hat. Wurde der Dispositionskredit erhöht, kann dies beispielsweise zur Versagung der Restschuldbefreiung führen. Die Gläubiger werden von der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) stark bevorteilt. Bisher mussten diese persönlich vor Gericht beantragen, dass der Schuldner nicht von seiner Restschuld befreit wird. Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) kann der Antrag auch schriftlich erfolgen. Das vereinfachte Antragsverfahren wird zu einem starken Anstieg der Anträge führen. Für eine Versagung der Restschuldbefreiung reicht es aus, wenn der Antrag ein halbes Jahr nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens gestellt wird. Falls der Antrag genehmigt wird, war das gesamte Insolvenzverfahren ohne Erfolg: Ein neues Verfahren kann erst zehn Jahre später beantragt werden.

Vorteile nur für Gutverdiener

Die Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) bietet einigen wenigen Schuldnern erhebliche Vorteile. Einkommensstarke Schuldner können bereits nach 36 Monaten schuldenfrei aus dem Insolvenzverfahren herausgehen. Für das verkürzte Verfahren müssen dann innerhalb der 36 Monate schon 35 Prozent des Schuldenberges abgetragen worden sein. Deshalb kommen im Regelfall nur Schuldner mit einem extrem hohen Einkommen in den Genuss der Restschuldbefreiung. Schuldner mit einem relativ geringen Einkommen werden aus der neuen Regelung keine Vorteile schöpfen können. Zunächst lag die Quote sogar nur bei 25 Prozent: Diese Idee wurde vom Bundestag aber recht schnell wieder verworfen. Der Hintergrund der Regelung besteht darin, dass Schuldner durch die verkürzte Verfahrensdauer zu einer schnelleren Begleichung ihrer Schulden angehalten werden sollen. Dies erscheint vor dem Hintergrund der hohen Geldbeträge aber als recht unwahrscheinlich. Der Gesetzesentwurf erlaubt eine Evaluierung bis zum 30. Juni 2018: Deshalb kann die Regelung bei mangelnder Praxistauglichkeit immer noch abgeändert werden.

Wichtige Veränderungen

§ 295 I InsO (Insolvenzordnung) schreibt vor, dass eine angemessene Erwerbstätigkeit aufgenommen werden soll. Die Soll-Vorschrift ist eine reine Obliegenheit: Der Schuldner ist deshalb nicht verpflichtet diese zu erfüllen. Wer sich um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemüht, kann im Verfahren aber eventuell von Vorteilen profitieren. Nach der Reform des deutschen Insolvenzrechts (Schuldrechts) soll die Erwerbsobliegenheit schon ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens angestrebt werden. Wer eine Steuerstraftat gem. §§ 370, 373, 374 AO (Abgabenordnung) begangen hat und rechtskräftig verurteilt wurde, muss diese Schulden über die Restschuldbefreiung hinaus begleichen. Widerruf und Versagung der Restschuldenbefreiung werden nicht im Schuldnerverzeichnis eingetragen.

Vor- und Nachteile einer Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz bietet auf den ersten Blick grundlegende Vorteile. Als langfristiges Ziel wird insbesondere die Restschuldbefreiung angestrebt. Eine außergerichtliche Einigung ist aber je nach Schuldenhöhe ganz klar zu bevorzugen. Wer sich in eine Privatinsolvenz begibt, muss den pfändbaren Anteil seines Einkommens abtreten. Eine Kreditwürdigkeit bzw. Bonität ist nicht mehr vorhanden. Vertragsschlüsse für Automobile, Wohnungen oder Handys sind nahezu ausgeschlossen. Zusätzlich wird der Arbeitgeber informiert, über alle Ausgaben muss Rechnung abgelegt werden.

Die Nachteile der Reform des deutschen Insolvenzrechts auf einen Blick

  • Steuer- und Unterhaltsschulden werden nicht mehr von der Restschuldbefreiung umfasst
  • Wer sich in den drei Jahren vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens unangemessen oder verschwenderisch
    verhalten hat, erhält keine Restschuldbefreiung
  • Gläubiger können eine Versagung der Restschuldbefreiung schriftlich beantragen
  • Das verkürzte Verfahren von nur drei Jahren kann nur von Gutverdienern erreicht werden
  • Die Erwerbsobliegenheit nach § 295 InsO muss bereits bei Eröffnung des Verfahrens angestrebt werden
  • Schulden aus Steuerstraftaten bleiben auch nach der Restschuldenbefreiung bestehen
  • Selbstständige müssen rückständige Einkommens- und Gewerbesteuern weiterhin begleichen

Insolvenztourismus nach England

Was vermeintliche „Soforthilfe“ bringt, titelt der Focus Online zum Thema Privatinsolvenz

Heute bin ich bei meiner Onlinerecherche zum Thema Privatinsolvenz über den Artikel „Was vermeintliche „Soforthilfe“ bringt“ von Focus Online gestolpert. Darin warnt Marius Stark von der Arbeitsstelle Sozialberatung für Schuldner der Caritas, vor den Insolvenzhelfern und Ihren überhöhten Honoraren.

Auch ich teile seine Meinung im Bezug auf die EU-Insolvenz: diese Berater, Anwälte und Helfer wollen alle nur das Eine – Ihr Geld.

Sicherlich gibt es auch seriöse Helfer oder Rechtsanwälte die sich sehr gut in Ihrem Gebiet auskennen. Jedoch ist es nach meiner Erfahrung nicht notwendig 5.000 -20.000 Euro für diese Art der Hilfestellung auszugeben. Wenn Sie jetzt über die Höhe der Honorare staunen, kann ich Ihnen versichern dass dies der Realität entspricht.

Lesen Sie in unseren kostenlosen Report, wie Sie Ihren herausfinden ob Ihre Helfer seriös arbeiten und welche Punkte Sie bei der Insolvenz in England unbedingt beachten müssen.

Privatinsolvenz in England - Das müssen Sie beachten
6 kostenlose Tricks für die Privatinsolvenz in England

Zur erfolgreichen Durchführung der Privatinsolvenz in England  sind diese „Helfer“ eher hinderlich als behilflich. Das Geld können Sie sich getrost sparen.

In einem Punkt möchte ich Herrn Stark jedoch widersprechen, es ist nach wie vor und auch ohne Helfer möglich, die Insolvenz beispielsweise in England durchzuführen. Meine eigene Privatinsolvenz in England lief gänzlich ohne Komplikationen ab und die Restschuldbefreiung war genau nach 365 Tagen offiziell auch gab es keinerlei Probleme nach meiner Rückkehr nach Deutschland. Auch bestätigen mir das immer wieder meine Leser.

Die von Herrn Stark angesprochene Garantie, Ihre Schulden loszuwerden haben Sie übrigens auch in Deutschland nicht. Hier kann Ihnen die Restschuldbefreiung versagt werden, wenn Sie gegen Verfahrensauflagen verstoßen. Das Verfahren in Deutschland ist deutlich komplizierter und auch teurer (wenn wir die reinen Kosten für die Insolvenz betrachten). Nach wie vor dauert die Privatinsolvenz in England genau 12 Monate unabhängig von der Rückführungsquote!!!

 

20 Fragen und Antworten zum Ablauf der Englischen Privatinsolvenz

Die österreichische Steuerberaterin und Bloggerin Elfriede Sixt hatte mich kürzlich bezüglich meiner Erfahrung mit der Privatinsolvenz in England interviewt. Die Fragen und Antworten könnt ihr auf ihrem Blog finden. Vielleicht kann Euch der Inhalt behilflich sein. Ich wünsche allen Lesern viel Kraft und auch Erfolg mit der  Insolvenz, wo auch immer Ihr dies durchführt.

Nachtrag am 22.11.2012 – da der Link nicht mehr funktioniert habe ich die Fragen nun auch im Blog eingefügt:

 

wir hatten gestern ein kurzes Gespräch hinsichtlich der Details eines in England durchführbaren Privatkonkurses und ich würde  Ihnen gerne wie telefonisch avisiert spezielle Fragen stellen, für deren Beantwortung ich sehr dankbar wäre:

 

1) Wohnungssuche in London: haben Sie bereits von Deutschland aus gesucht oder wie haben Sie es gestaltet?

Ich habe vor Ort gesucht, d.h. kurz vor meinem privaten Umzug war ich des öfteren in England und habe mir auf diversen Internetseiten Angebote angesehen. Der Erstkontakt kann selbstverständlich auch von Deutschland/Österreich stattfinden, aber spätestens zur Besichtigung sollte man ja direkt vor Ort sein. Mein Ziel war es in eine möbilierte WG zu ziehen, dadurch kann man sich viel Stress mit der Einrichtung der Wohnung sparen. 

 

2) Meldung in London: ist ein Mietvertrag die Basis um zum Arbeitsamt zu marschieren oder wie ist der Ablauf, welche Behörden müssen noch kontaktiert werden. Wie funktioniert die Strom-Gasanmeldung?

Jein, das wichtigste ist eine Adresse, da man schriftlich (so war es bei mir) zu einem „Vorstellungsgespräch“  im Jobcenter Plus (engl. Arbeitsamt) eingeladen wird. Ich hatte jedoch zu dem Zeitpunkt einen feste Anschrift. Ein Mietvertrag wurde von mir nicht verlangt. Strom und Gas wurde alles vom Landlord (Vermieter) gemanaged. Achtung evtl. muss man die Anmeldung zum Council Tax selbst machen – war bei mir nicht notwendig, da es in der ersten Wohnung der Landlord gezahlt hatte und später als Student war ich vom Council Tax befreit. Weiterhin sollte man sich bei der NHS (Krankenversicherung) anmelden, dies kann beim GP (Hausarzt) mit der Erstuntersuchung erfolgen.

 

3) Bankkonto: was haben sie alles benötigt um ein Bankkonto anmelden zu können? Mietvertrag, wird Schufaeintrag geprüft?

Die Schufa ist in England nicht von Belangen, englische Behörden, Firmen und Privatpersonen legen keinen Wert darauf.

Das am leichtesten zu bekommende Konto ist der HSBC Passportaccount – Kosten aktuell 8 GBP pro Monat. Zur Kontoeröffnung wird der Passport (am besten Reisepass bzw. Personalausweis) sowie ein Adressnachweis (z.B. Telefonrechnung oder sonstiges behördliches Schreiben im Original) benötigt.

 

4) Handy: wie kommt man zu einem Handyvertrag, was muss man vorweisen können, wird SCHUFAeintrag geprüft?

Ich hatte keinen festen Vertrag sondern habe es bevorzugt „Pay As You Go“ Tarife zu wählen, das entspricht einem deutschen Prepaid Vertrag (heisst dort eben anders). Der beste Ort für eine Beratung ist carphonewarehouse.co.uk (ein Makler mit allen Verträgen). Ich hatte einen 02 Vertrag mit den ich auch zu sehr günstigen Preisen nach Dt. telefonieren konnte, sowie eine 1GB DatenFlatrate für mein Notebook

 

5) Wie war das mit der Arbeitssuche bei Ihnen

Da ich freiberuflich war und später hauptberuflich Student, kam dieses Thema für mich nicht in Frage. Es ist je nach Ausbildung und Kenntnisse m. E. nicht besonders schwer einen Job zu finden, vor allem in Großstädten.

 

 6) Wie haben Sie das soziale Leben gestaltet ?

Das ist von Person zu Person unterschiedlich. M.E kommt man sehr schnell in Kontakt mit den Engländern bzw. mit den dort lebenden Bürgern, später im Studium sehr viel Kontakt mit meinen Studienkollegen 

 

7) Wie oft sind Sie nach Deutschland auf Besuch geflogen?

Das kann flexibel gehandhabt werden, da es für die Insolvenz Irrelevant ist – es zählt lediglich der Lebensmittelpunkt und dieser muss sich in England befinden.

 

8) Haben Sie sich in Deutschland ganz einfach abgemeldet oder haben sie auch ihre einzelnen Gläubiger informiert?

Selbstverständlich habe ich mich in Deutschland abgemeldet und auch meine Wohnung gekündigt – das kann wichtig sein, sollte eine Gläubiger Nachforschungen anstellen. Ausserdem ist es eine Voraussetzung um den Lebensmittelpunkt in Enland nachweisen zu können. Die Gläubiger würde ich nicht informieren bzw. erst nach Umzug nach England. Da gem. europäischen Recht auch die Gläubiger ein Insolvenzverfahren eröffnen können und dieses findet am gewöhnlichen Lebensmittelpunkt statt. Also sollte der Wohnsitz noch Deutschland bzw. Österreich sein, so hat man nach Insolvenzeröffnung im eigenen Land keine Möglichkeit mehr die Insolvenz in England zu durchzurführen.

 

 9) Haben Sie anfangs noch Gläubigerpost aus Deutschland nach London bekommen?

Ja, auch bis zu dem Tag an dem ich die Insolvenz in UK beantragt habe – ich habe auch einen Nachsendeauftrag bei der dt. Post gestellt. Teilweise kamen sogar Schreiben von englischen Anwälten und Inkassobüros. Diese habe ich jedoch stets ignoriert und keine Reaktionen gezeigt.

 

10) Nach wieviel Monaten haben Sie Privatinsolvenz angemeldet?

Über 13 Monate (theoretisch nach 6 Monaten möglich)

 

 11) Haben Sie es gänzlich ohne Anwalt durchgeführt?

(Ja, m.E. braucht man weder einen Insolvenzberater noch einen Anwalt – für was auch ???? im schlimmsten Fall, kostet Sie der Spass noch einmal 5.000-20.000 Euro! )

 

12) Wenn ja, wer hat die deutschen Gläubiger angeschrieben?

Keiner, später der Oficial Receiver (das ist der englische Insolvenzverwalter). 

 

13) Wie oft und wie intensiv war der Kontakt mit dem Konkursgericht?

Nach Insolvenzantrag kein Kontakt mehr mit dem Gericht – nur noch mit dem englischen Insolvenzverwalter (OR) 

sporadisch ca. 5-6 Briefe in dem Jahr.  Er hatte Nachfragen zum Verfahren bzw. wollte noch diverse Unterlagen.

 

 14) Empfehlen Sie es in London Privatkonkurs durchzuführen oder sollen andere Ortschaften in England gewählt werden.

Definitiv nicht in London – auf dem Land ist es einfacher und wird weniger geprüft – man kann in der ersten Zeit in London wohnen – sollte aber mind. 3 Monate vor der Insolvenz-Anmeldung umziehen.

 

15) Wie lange hat das ganze Prozedere gedauert?

Insolvenz – genau 12 Monate (auf den Tag genau). Es muss lt. Gesetz spätestens 1 Jahr nach Antragstellung beendet werden. Voraussetzung zur Eröffnung ist u.a. der Lebensmittelpunkt in England und dazu muss man u.a. mindestens 6 Monate in UK gewohnt haben.

 

16) Wieviel wurde Ihnen von Ihrem Gehalt abgeschöpft, bzw. wieviel haben Sie monatlich zahlen müssen? Wer hat diese Berechnungen durchgeführt?

Das hängt vom Einkommen ab, es gibt keine festen Grenzen wie in D., sondern der Freibetrag richtet sich nach dem persönlichen Bedarf – da ich hauptberuflich Student war und nur nebenbei freiberuflich als Online Marketer gearbeitet habe und mein Einkommen nicht besonders hoch war – wurde mir garnichts abgeschöpft. Aber ich musste meine Ausgaben sehr genau auflisten, dies wurde auch anhand der Kontoauszüge nachgeprüft.

 

17) Haben Sie die Bestätigung der Restschuldbefreiung dann von Amtswegen zugestellt bekommen oder muß dann wieder ein Antrag gestellt werden?

Es muss ein Antrag gestellt werden (kostete glaube ich ca. 80 Pfund), dann erhalten Sie das Certificate of Discharge mit 2 oder 3 Kopien.

 

18) Was für Konsequenzen hat die Privatkonkurseröffnung auf die Verträge (Wohnung, Bank, Handy) in London?

Alle werden benachrichtigt – sogar der Vermieter (Landlord) – Wohnung kein Problem in meinem Fall – hab ja immer pünktlich gezahlt – Bankkonto gekündigt – hier gibt es aber einen Trick relativ schnell an ein neues zu gelangen (siehe auch Skript auf www.Euritio.de), Handy irrelevant da ich eine prepaid karten hatte (Pay As You Go).

 

 19) Hatten Sie während der Periode der Restschuldbefreiung nochmals Kontakt mit Ihren deutschen Gläubigern?

Nein – siehe oben – ab Eröffnung des Insolvenz-Verfahrens läuft alles über den Official Receiver.

 

20) Nach Abschluss des Privatkonkurses sind Sie wieder nach Deutschland zurückgegangen? Wie schnell war ein SCHUFAeintrag gelöscht, bzw. wie war das gesamte Prozedere?

Ich war noch längere Zeit in England da ich mein Studium noch abschliessen musste, jedoch sollte man noch mindestens 3-6 Monate warten bis man offiziell nach Deutschland zurückkommt. Schufa habe ich unmittelbar nach Abschluss des Verfahrens angeschrieben. Nach ca 2 Monaten habe ich die Bestätigung mit den Erledigungsvermerk bekommen. Dieser Erledigungsvermerk bleibt bis Ende des Jahres zzgl. 3 weitere Jahre bestehen. Aber wie erwähnt als erledigt. Weiterhin habe ich freiwillig noch einmal alle meine Gläubiger angeschrieben und eine Kopie der englischen Restschuldbefreiung (Letter oder Certificate of Discharg). Danach habe ich nie wieder etwas von einem der Gläubiger gehört.

 

 

Ich hoffe ich konnte alle Ihre Fragen beantworten und stehe für weitere Fragen gerne in auf meinem Blog  gerne zur Verfügung.

 

Ich weiß meine Fragen sind sehr umfangreich und zum Teil auch sehr detailliert. Ich würde Ihre Antworten  dann gerne  auf meinen Blog: http://www.itfconsult.wordpress.com mit einem Link auf Ihre Seite (oder wohin immer Sie wollen) stellen.

 

Ich habe immer wieder diese Anfragen, ohne den zT sehr verzweifelten Leuten Ihre Fragen beantworten zu können.

 

Ich bedanke mich im vorhinein.

 

Mfg